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Celle Stadt Frust an Celler Schulen: Inklusion hakt an vielen Stellen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Frust an Celler Schulen: Inklusion hakt an vielen Stellen
17:30 21.02.2014
Von Oliver Gatz
Jungen und Mädchen der Grundschule und der Paul-Klee-Förderschule in Vorwerk schauen sich gemeinsam ein Puppentheaterstück an. Quelle: Ralf Taschke (Archiv)
Celle Stadt

Frust herrscht an den Celler Grundschulen bei der Umsetzung der Inklusion. Der gemeinsame Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Schülern stellt die Lehrkräfte und Schulleitungen vor enorme Herausforderungen. So mancher stößt an seine Grenzen, fühlt sich mit der Situation überfordert und nicht genügend vorbereitet. Gleichwohl ist man der Meinung, dass der eingeschlagene Weg der richtige ist.

"Das Problem ist, dass Ressourcen auf allen Ebenen fehlen", sagte Ellen Brutschke, Vertreterin der Rektorenkonferenz, in der jüngsten Sitzung des Schulausschusses. Das betreffe die Finanzen, die Anzahl der Förderstunden und Lehrkräfte, die Raumsituation und den Faktor Zeit. Viele Dinge seien noch nicht hinreichend geklärt. So würden Erlasse und Verordnungen des Landes unterschiedlich ausgelegt. "Da geht noch einiges hin und her", stellte Brutschke fest.

Das neue inklusive System biete den Kindern "extrem viel weniger Unterstützung" als das alte mit den Förderschulen, lautete Brutschkes Einschätzung. Die gesamte Situation sei „ausbaufähig“.

Zur Besserung der Lage tragen mitunter die Schulbegleiter bei, die von den Kommunen finanziert werden. Sie werden den beeinträchtigten Kindern bei der Bewältigung des Schulalltags zur Seite gestellt. Da die Kosten in diesem Bereich explodieren, sucht die Verwaltung nach Lösungen. So werden zum Teil Schulbegleiter für mehrere Kinder eingesetzt – wenn dies möglich ist. "Das geht nicht pauschal", machte Peter Binz, Fachbereichsleiter für Soziales, Bildung, Jugend und Sport, deutlich. "Entscheidend ist, dass die Kinder vernünftig versorgt werden."

Problematisch für die Grundschulen ist auch, dass in einigen Fällen der Unterstützungsbedarf nicht schon im Kindergarten, sondern erst in der Lehrstätte festgestellt wird. "Je früher man das weiß, desto früher kann man auch tätig werden", erläuterte Brutschke. Zudem reichen teilweise die Zuschüsse der Stadt für spezielle Unterrichtsmaterialien nicht aus. "Da müssen wir einiges mit Bordmitteln machen", so Brutschke.

Auch Peter Reinert von der Landesschulbehörde räumte Verbesserungsbedarf bei der Inklusion ein. Seinen Angaben zufolge soll ab dem nächsten Schuljahr klar sein, welche Förderschule welche Grundschule unterstützt. "Das wird eindeutiger erfolgen", sagte er. Ähnliches soll für die weiterführenden Schulen gelten.