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Celle Stadt Frust und Enttäuschung bei der FDP
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Frust und Enttäuschung bei der FDP
23:17 22.09.2013
Von Oliver Gatz
Gedrückte Stimmung (von links): Charles M. Sievers, Jutta Krumbach und Ralf Überheim verfolgen die niederschmetternden Wahlergebnisse im Fernsehen. Quelle: Alex Sorokin
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"Ich war fest überzeugt, dass wir die Fünf-Prozent-Hürde schaffen würden", sagte Überheim. Dass die Liberalen in der schwarz-gelben Koalition Anteil an der positiven Entwicklung Deutschlands gehabt hätten, sei beim Wähler nicht angekommen. "Es ist nicht erkannt worden, dass wir dazugehört haben. Diese Botschaft haben wir nicht transportieren können", bedauerte Überheim, der sich von der Parteiführung in Berlin mehr Profil in der Koalition gewünscht hätte.

Dass die Zweit-Stimmen-Kampagne der Liberalen nicht zum gewünschten Ziel führte, habe auch am Ergebnis der jüngsten Landtagswahl in Niedersachsen gelegen, mutmaßte Überheim. "Die Sorge war zu groß, dass die CDU Stimmenverluste erleidet." Die Folge sei jetzt, das es einen weiteren Linksruck in Deutschland geben werde.

Nach dem historischen Wahldebakel müsse sich die FDP nun neu erfinden, forderte Überheim. So sahen es auch die anderen Celler Liberalen. "Jetzt heißt es: Kopf hoch und neu starten", betonte Kreistagsabgeordneter Charles M. Sievers. "Wir stehen vor einer Herkulesaufgabe."

Auf Platz 18 der Landesliste war Überheim chancenlos. Doch das war dem 52 Jahre alte Zahntechnikermeister aus Papenhorst von vornherein klar. "Ich wollte als Direktkandidat Flagge zeigen", sagt er. Dass seine Partei am Ende dermaßen schlecht abschneiden würde, hätte er nicht erwartet. "Die Stimmung im Wahlkampf habe ich anders empfunden." Die Unterstützung der Bundespartei sei aber diesmal besser gewesen als 2009.