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Celle Stadt Führer-Gruppe kauft Celler Hehlentorstift
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Führer-Gruppe kauft Celler Hehlentorstift
17:43 03.03.2017
Von Gunther Meinrenken
Verkauft: Für 4,5 Millionen Euro hat die Führergruppe das Hehlentorstift von der Celler Heimstiftung erworben. Der jetzige Pächter, die Lobetalarbeit, empfindet diesen Vorgang als "exotisch". Quelle: Oliver Knoblich
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Nur einen Tag später wurde der Lobetal-Chef auf den neuesten Stand gebracht. Allerdings nicht durch Gonell, sondern durch die CZ. Recherchen hatten ergeben: Das Hehlentorstift ist schon längst verkauft worden, und zwar an die Burchard Führer GmbH, deren gleichnamiger Geschäftsführer sich seit Jahren erfolgreich auf dem Pflege- und Betreuungsmarkt tummelt. Schon das St.-Annen-Stift hatte der Adelheidsdorfer vor ein paar Jahren aus der CHS herausgekauft. Bräumer reagierte konsterniert: "Das ist schon exotisch, um nicht zu sagen, recht verwunderlich, das von der Zeitung zu erfahren und nicht von Herrn Gonell persönlich."

4,5 Millionen Euro soll Führer für das Hehlentorstift auf den Tisch geblättert haben. "Die Summe liegt deutlich über dem Verkehrswert", sagt Führer. Konkrete Pläne für das Objekt habe er nicht, so der Adelheidsdorfer Unternehmer. Ein Abriss werde allerdings nicht in Erwägung gezogen. Dafür würde man ja nicht so viel Geld bezahlen. "Die Lobetalarbeit muss sich keine Sorgen machen. Wir werden mit ihr den Weg weitergehen, den sie einschlagen will", erklärt Führer. Die Lobetalarbeit sei ja ein seriöser Mieter.

Bräumer lässt durchblicken, dass bei der Lobetalarbeit auch eine Kaufoption in Erwägung gezogen wurde. Teile des Gebäudes hätte man dann gerne abgerissen. Doch dazu dürfte es nun nicht mehr kommen. "Über den Verkehrswert einer Immobilie dürfen wir nicht bieten. Das geht nicht, weil wir gemeinnützig sind und die Wirtschaftlichkeit unseres Handelns darlegen müssen." Sprich: 4,5 Millionen Euro wird die Lobetalarbeit nie bieten können und darunter dürfte Führer nicht verkaufen, sonst würde er mit Verlusten aus dem Geschäft gehen.

Mit dem Verkauf des Hehlentorstifts kommt die von Gonell angestrebte Liquidation der Celler Heimstiftung einen großen Schritt voran. "Mit dem Erlös können wir unsere gesamten Kreditverpflichtungen tilgen", erklärt er. Sprich: Ab Juli kommenden Jahres wäre die CHS schuldenfrei und Gonell um eine Sorge leichter.

Einer endgültigen Liquidation stehen allerdings noch die rechtlichen Verfahren um die Rentenlücke ehemaliger Mitarbeiterinnen im Wege. Die war entstanden, weil die CHS nach der Privatisierung aus der Versicherungsanstalt des Bundes und der Länder geflogen war. Dort waren für die Mitarbeiterinnen Verträge für eine Zusatzversorgung bei der Rente abgeschlossen worden.

Die Erlöse aus einer anderen Versicherung fielen deutlich geringer aus. Für die Rentenlücke muss das Neue Rathaus geradestehen. Allein im vergangenen Jahr wurde dadurch der Haushalt der Stadt mit 330.000 Euro an Rücklagen und Auszahlungen an die ehemaligen Mitarbeiterinnen belastet. Tendenz steigend.

Gonell sieht auf Anhieb nicht, dass sich diese Verfahren schnell aus der Welt schaffen ließen. "Und die CHS darf erst liquidiert werden, wenn keine Verpflichtungen mehr vorliegen. Es hängt also davon ab, wie viele ehemalige Mitarbeiterinnen noch Ansprüche stellen werden", so Gonell. Und das dürften einige sein. Nach seinen Angaben seien fünf Verfahren abgeschlossen, drei Fälle seien aktuell in Bearbeitung und drei bis vier angekündigt. Nach Angaben der Stadt beläuft sich die Zahl der betroffenen Mitarbeiterinnen allerdings auf 89.