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Celle Stadt Für 80 Celler Ernestiner beginnt neuer Lebensabschnitt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Für 80 Celler Ernestiner beginnt neuer Lebensabschnitt
15:53 11.07.2014
Von Oliver Gatz
Jeweils die 1,0 auf dem Zeugnis: Schulleiter Johannes Habekost mit den Jahrgangsbesten Hinrich Mahler und Felicitas Hildebrand. Quelle: Alex Sorokin
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"Der Durchschnittswert aller Zeugnisse liegt bei 2,69. Das Gesamtergebnis liegt damit völlig im Rahmen der früheren Ergebnisse", sagte Schulleiter Johannes Habekost am Freitag bei der festlichen Zeugnisvergabe. Bemerkenswert auch im Landesmaßstab sei, dass 15 Abiturienten das Große Latinum, 47 das Latinum, sechs das Kleine Latinum, 17 das Graecum und eine Schülerin das Hebraicum erreicht hätten.

Auf humorvolle Art beschäftigte sich Habekost in seiner Begrüßung mit dem Begriff Abiturienten und der lateinischen Grammatik. "Sie sind als Doppel-Partizipien unterwegs in Raum und Zeit, Wesen zwischen den Zeiten, zwischen ,noch nicht ganz' und ,schon jetzt'", wandte er sich an die Schulabgänger. "Für Theologen öffnet sich hier die unerforschliche Weite der Eschatologie. Oder irdischer: noch nicht alle ganz fertig geprüft, aber schon mal zum Feiern in Lloret de Mar." Und in diesem Spannungsfeld zwischen "noch nicht ganz reif" und "schon ganz schön kompetent und verantwortungsbewusst" habe er in den vergangenen Monaten etliche Schüler näher kennengelernt. Dabei vergaß der Direktor auch nicht den Abistreich zu erwähnen, bei dem die Schüler drei Erdbeerkuchen und eine Torte im Lehrerzimmer deponierten.

Auf zahlreiche Ereignisse, Erlebnisse und Anekdoten mit seinen Schülern ging Studiendirektor Dirk Neumann in seiner Festrede ein. Launig verband er das Thema Fußballweltmeisterschaft mit der schulischen Karriere seiner Schützlinge. Zum Schluss wurde er ernster. "Rückblickend werden Sie später erzählen können, dass Sie mit einigen anderen Jahrgängen zu den wenigen gehören, die das Turbo-Abitur G8 absolviert haben", sagte Neumann und fügte mit Blick auf das wiederkehrende Abitur nach 13 Jahren hinzu: "Alle sind sich darüber einig, dass dies doch die deutlich bessere Variante ist."

Einige Schüler hatten schon klare Vorstellungen von dem, was sie tun möchten. Andere wüssten noch nicht genau, wohin sie ihr Weg führen werde, so Neumann. "Lassen Sie sich dadurch nicht zu sehr beunruhigen. Auch Sie werden früher oder später das für Sie Passende finden. Wichtig ist, dass Sie Ihren eigenen Weg gehen. Dabei wird sicherlich an der einen oder anderen Stelle auch mal etwas schiefgehen. Das kann dann aber auch zur weiteren positiven Entwicklung betragen. Denn wie heißt es so schön: Nur wer stolpert, achtet auf den Weg."

Unter den Grußworten der Ehemaligen stach die lateinische Rede samt deutscher Übersetzung von Helmut Slogsnat hervor. "Passen Sie auf sich auf. Verkaufen Sie ihre Seelen nicht um den Preis von Zufriedenheit, Gesundheit, Liebe, Familie und Freundschaft", gab er den Abiturienten mit auf den Weg.