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Celle Stadt Für den guten Zweck: Celles Oberbürgermeister Nigge packt ein
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Für den guten Zweck: Celles Oberbürgermeister Nigge packt ein
19:46 10.10.2017
Von Christian Link
Celles Oberbürgermeister Jörg Nigge packt im Karstadt an der Bergstraße für Ingrid Kruschat die neuen Oberteile für ihren Mann ein. Zehn Prozent des Einkaufswerts werden für einen guten Zweck gespendet. Quelle: Christian Link
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Für die Aktion "Mama ist die Beste" krempelte das Stadtoberhaupt die Ärmel hoch und packte den Kunden ihre neu erworbenen Waren ein – vom Kashmir-Pulli bis zur Wollsocke.

Mit seiner Nebentätigkeit unterstützte Nigge eine Spendenaktion zugunsten des Müttergenesungswerks: Zehn Prozent des Nettoumsatzes, der zwischen 14 und 16 Uhr eingenommen wurde, will die Celler Karstadt-Filiale an die Elly-Heuss-Knapp-Stiftung spenden. "Das ist eine schöne Sache", freute sich Christel Weber-Schmotz vom Diakonischen Werk: "Dem ganzen sozialen Bereich geht es ja nicht so gut, deswegen ist es wichtig, dass Geschäfte uns unterstützen. Und ich bin auch froh, dass der Bürgermeister heute hilft."

"An die Kasse darf ich nicht – weil das Haushaltsloch der Stadt so groß ist", scherzte Nigge. Dafür konnte er umso ausführlicher mit den Kunden plaudern, die sich über die Bürgernähe ihres Oberbürgermeisters freuten. Klaus Kruschat nutzte die Gelegenheit, um mit dem Celler Verwaltungschef auch etwas Politik über die Ladentheke hinweg zu besprechen. "Wir wünschen uns nur, dass wir die Allerinsel noch erleben", sagte Kruschat, während seine Ehefrau Ingrid seine neuen Oberteile bezahlte.

Verkäuferin Christina von Bursi stellte Nigge ein gutes Arbeitszeugnis aus: "Das hat er gut gemacht. Im Weihnachtsgeschäft würden wir ihn nochmal nehmen." Den Einwand des Oberbürgermeisters, er habe ja kaum etwas geleistet, wollte seine Kollegin nicht gelten lassen und erwiderte großmütig: "Die große Tüte war schon eine Herausforderung. Das war gut gepackt."

"Es hat Spaß gemacht, allerdings bin ich im Hemdenfalten nicht besser geworden", lautete Nigges Fazit. Außerdem freute er sich, dass er einem guten Zweck helfen konnte. Schließlich sei seine Mama auch die Beste gewesen. "Vor allem durch ihre Herzlichkeit und ihre Wärme", sagte der 43-Jährige, der selbst drei Kinder hat.

Mit dem Erlös der Aktion will das Müttergenesungswerk vor allem Kurangebote für Mütter und ihre Kinder finanzieren. "Wir helfen damit Frauen, die dringend mal eine Auszeit nötig haben, um wieder Kraft zu schöpfen", erläutert Sozialpädagogin Weber-Schmotz: "Viele Frauen, die zu uns kommen, haben wenig Geld. Ein Teil bezieht auch Sozialhilfe." Die Elly-Heuss-Knapp-Stiftung habe aber auch Angebote für Berufstätige sowie Väter- und Vater-Kind-Kuren im Programm.

Weitere Auskünfte zum Müttergenesungswerk gibt es in der Beratungsstelle in Burgdorf, Telefon (05136) 897310, oder unter www.dv-hl.de im Internet.