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Celle Stadt Für „irre“ Celler Straße fehlen 19 Millionen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Für „irre“ Celler Straße fehlen 19 Millionen
15:54 24.06.2016
Von Michael Ende
Celle Stadt

2007 habe man die Kosten für die Straße auf rund 19 Millionen Euro geschätzt, erinnert sich Gevers: „Das führte dazu, diese Maßnahme zunächst zurückzustellen, bis der erste Bauabschnitt der B3-Umgehungsstraße fertig war. Dann sollte das Vorhaben neu überdacht werden – was die FDP, aber nicht die Verwaltung der Stadt, jetzt tut.“ Die Aussage Mendes, der zufolge ein Ausschuss das Projekt am 22. Juli 2007 „beerdigt“ habe, entspreche schlicht nicht den Fakten, so Gevers: „Der 22. Juli war ein Sonntag. Da tagt kein Ausschuss.“

Das ist Mende mittlerweile auch aufgegangen. Ihm sei ein „Zahlendreher“ unterlaufen, sagt er: „Der Ausschuss war am 22. Februar 2007.“ Die 5000 Euro an Planungskosten, die die Politik im Haushalt 2007 eingestellt habe, seien lediglich als „Merkposten“ gedacht gewesen. Diesen Posten habe sich nur kein Politiker gemerkt, weshalb er bereits im Etat 2008 nicht mehr aufgetaucht sei, und darum sei danach nichts mehr geschehen.

SPD-Fraktionschef Jürgen Rentsch erinnert sich an leise Ende der Idee: „Wir haben damals das Projekt wegen Unmöglichkeit zu den Akten gelegt.“ Sein Grünen-Kollege Bernd Zobel verweist ebenfalls auf die finanzielle Situation: „Bereits 2007 war für einen zweistelligen Millionenbetrag kein Platz im Haushalt. Es gibt 2016 in der Stadt wichtigere Baustellen als die Querspange.“ Die Grünen verwahrten sich zudem gegen die Vereinnahmung durch Falkenhagen: „Auch 2007 haben sich die Grünen aus Umwelt- und Kostengründen gegen die Spange ausgesprochen.“ Für Unabhängigen-Fraktionsspitze Udo Hörstmann ist der FDP-Vorstoß schlicht „Wahlkampf“. Falkenhagen habe das Thema „aus der Mottenkiste gekramt“, obwohl er wisse, dass kein Geld da sei.

Es sei „sinnvoll, auch heute wieder an die Ansätze für dieses Projekt anzuknüpfen“, meint hingegen WG-Fraktionschef Torsten Schoeps: „Die WG fordert diese Straße bereits seit 2006, um das von Investoren schlecht angenommene Gewerbegebiet Wietzenbruch attraktiver zu machen.“ Es sei „sinnlos, Millionen im Straßenneubau zu verballern“, so Linke/BSG-Fraktionsvorsitzender Oliver Müller: „Nicht nur vor dem Hintergrund der städtischen Kassenlage wäre es irre, die Planung wieder aufzunehmen.“