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Celle Stadt Fusion mit Hambühren: Mende will keinen übern Tisch ziehen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Fusion mit Hambühren: Mende will keinen übern Tisch ziehen
18:29 27.12.2013
Von Gunther Meinrenken
Celle Stadt

Wenn Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) am Wochenende die Laufschuhe schnürt, zieht es ihn oft durch das Neustädter Holz in Richtung Hambühren. Mende weiß daher aus eigener Erfahrung: So groß ist die Entfernung zwischen den beiden Kommunen nicht. Und ginge es nach den Vorstellungen des Oberbürgermeisters, so müsste er in absehbarer Zukunft beim Joggen noch nicht einmal die Stadtgrenze überqueren – denn Mende will eine Fusion mit der Gemeinde im Westkreis.

Die Nachricht von den ersten Sondierungsgesprächen zwischen der Hambührener Politik und Mende dürfte zu Weihnachten für einigen Gesprächsstoff gesorgt haben. Nun geraten die Pläne in die öffentliche Diskussion. Mende, der in Ruhe an der Fusion weiterarbeiten wollte, dürfte das gar nicht schmecken, droht das Vorhaben doch nun, zerredet zu werden. So betont Celles Oberbürgermeister denn auch: "Ich will keinen über den Tisch ziehen."

Mende weiß schlagkräftige Argumente auf seiner Seite. Das künftige Celle bekäme 3,8 Millionen Euro mehr an Schlüsselzuweisungen als Hambühren und die jetzige Stadt zusammen. Weitere finanzielle Hilfen in Höhe eines zweistelligen Millionenbetrages könnten fließen. Geld, das beiden Kommunen in Zeiten schwindender Haushaltsmittel helfen würde.

"Mit diesen 3,8 Millionen Euro hätten wir bei den Themen ÖPNV und Schulen die Möglichkeit, ein ganz anderes Engagement an den Tag zu legen", so Mende. Eine Verbesserung beider Bereiche sieht Mende als Vorteile, die eine Fusion für die Hambührener bringen könnten. Hambühren hat demnächst keine weiterführenden Schulen mehr. Mit den zusätzlichen Schlüsselzuweisungen hätte die Stadt eine ganz andere Ausgangslage, um die Diskussion um die Rücknahme der Verantwortung für die weiterführenden Schulen vom Landkreis wieder anzustoßen.

"Das Problem dürfte aber vor allem in der künftigen Verwaltungsstruktur liegen", so Mende. Die Synergieeffekte, wie beispielsweise bei der Zusammenlegung der Bauhöfe, die in beiden Kommunen derzeit neu geplant würden, seien nur ein Aspekt einer möglichen Fusion. Mende ist klar, dass man die Bevölkerung vor allem in Hambühren mitnehmen müsse. Mit einem Mitspracherecht auf dem geringen Niveau, wie es derzeit die Celler Ortsräte genießen, dürfte man die 10.000 Einwohnergemeinde wohl kaum zu einem Zusammenschluss mit Celle bewegen können. "Das muss man ganz vorsichtig angehen", so Mende.

Der Prozess stehe allerdings erst ganz am Anfang. "Wir müssen überlegen, ob das der gemeinsame Weg sein kann. Der Ball liegt jetzt erst einmal im Feld von Hambühren", meinte der Oberbürgermeister.