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Celle Stadt GVH-Fortschritt für Eschede und Unterlüß
Celle Aus der Stadt Celle Stadt GVH-Fortschritt für Eschede und Unterlüß
16:57 01.06.2017
Von Simon Ziegler
Celle Stadt

Der SPD-Landtagsabgeordnete Maximilian Schmidt sprach von einem Teilerfolg. „Die Einführung der Tagestickets wird aufgrund von überzogenen Millionenforderungen der Verkehrsunternehmen blockiert“, sagte er. „Aber: Die Zeitkarten für die Pendler sollen zum 1. Januar 2018 kommen, Eschede und Unterlüß sollen so in den GVH-Zeitkartentarif einbezogen werden. Das Land Niedersachsen wird das mit einer Förderung unterstützen. Wir bekämen also einen ‚GVH light‘ und Eschede und Unterlüß wären überhaupt erstmals dabei, was ein Fortschritt wäre.“ Für Pendler aus Eschede und Unterlüß, die derzeit mit einem Kombiticket unterwegs sind, würden etwa 20 Prozent sparen, hat der Landkreis errechnet.

Dass der seit Jahren geplante und verschobene GVH-Regionaltarif zum 1. Januar 2018 wieder nichts wird, hat gestern zu scharfer Kritik der Region Hannover und der beteiligten Landkreise geführt. Die Eisenbahnunternehmen würden durch eine Millionenforderung „in letzter Minute den GVH-Regionaltarif“ verhindern, hieß es.

Hintergrund seien Ausgleichsforderungen einiger Unternehmen in Höhevon bis zu fünf Millionen. „Nach derzeitiger Rechnung müssen die Landkreise schon jetzt gemeinsam 2,2 Millionen an Ausgleichszahlungen aufwenden. Dieser Betrag war auch untereinander abgestimmt. Die geforderten Zahlungen würden diese Ausgleichszahlung im Endeffekt verdoppeln. Das kann keine Diskussionsgrundlage sein“, sagte Celles Landrat Klaus Wiswe.

Auf Empörung stieß bei den Verantwortlichen auch, dass diese Forderung nach den bereits geführten Diskussionen jetzt erneut erhoben wurde. „Offensichtlich haben die Unternehmen darauf gehofft, durch die wieder aufgerufene Benennung dieser Beträge die Region und die Kreise in Zugzwang zu bringen. Wir sind uns einig, auf diese Art unzulässig Druck auszuüben, nicht einzugehen“, sagte der Hamelner Landrat und derzeitige Sprecher des erweiterten Wirtschaftsraumes Hannover, Tjark Bartels.

In den nächsten Tagen wollen die betroffenen Kreise mit der Region und Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) beraten, wie sie weiter vorgehen wollen. Denn schließlich steht auch eine zugesagte Anschubfinanzierung durch das Land Niedersachsen im Raum.