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Celle Stadt Gärtner klagen über explodierende Heizkosten
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Gärtner klagen über explodierende Heizkosten
16:09 09.02.2010
Von Oliver Gatz
Badespaß auch bei eisigen Außen-Temperaturen: Die Heizkosten im Celler Badeland – hier das Außenschwimmbecken – halten sich in Grenzen. Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

Angesichts des außergewöhnlich kalten Winters werden sich Privatleute und Unternehmer auf eine saftige Heizkostenrechnung einstellen müssen. Insbesondere Gärtnereien mit beheizten Gewächshäusern sind davon betroffen. „Die Kosten werden deutlich höher liegen als in anderen Wintern“, prognostiziert Ralf Zühlke, Inhaber des gleichnamigen Gärtnerei-Betriebes in Hambühren. Zwar sei der Gaspreis gefallen, der Verbrauch habe aber um etwa 50 Prozent zugenommen.

Insgesamt unterhält Zühlke 15 Gewächshäuser, davon sind lediglich zehn beheizt – bei nur noch 16 Grad. „Höher gehen wird nicht mehr“, sagt der Unternehmer. „Das ist von den Kosten her nicht mehr vertretbar.“ Im Kampf gegen Kälte und hohe Heizkosten verkleidet Zühlke schon seit Jahren seine Gewächshäuser mit Noppenfolie. Sein Angebot umfasst mittlerweile zahlreiche Pflanzen, die nicht kälteempfindlich sind.

Johann-Christian Wichmann, Inhaber des Orchideen-Zentrums in Groß Hehlen, rechnet im Vergleich zu den Vorjahren mit doppelt so hohen Kosten. Die finanzielle Belastung sei „außerordentlich hoch“. „Dieses Jahr hat die Frostperiode im November angefangen und hat seitdem nicht nennenswert aufgehört. Es hat lediglich einige frostfreie Tage zum Aufatmen gegeben.“ In seinen 19 Gewächshäusern herrscht eine Temperatur zwischen 16 und 21 Grad. „Jedes einzelne Grad zählt“, sagt er. Auch Wichmann greift auf durchsichtige Noppenfolie zurück, um die Wärmedämmung in seinen Gewächshäusern zu verbessern.

Weniger dramatisch hingegen die Situation im Celler Badeland: Der Gasverbrauch im Januar sei sogar geringfügig niedriger als im Vorjahresmonat, erläutert Betriebsleiter Matthias Gaupp. „Die Situation im Inneren ist unabhängig von der Außentemperatur“, sagt er. „Nur beim Außenschwimmbecken müssen wir ein bisschen gegenhalten.“

Das Badeland verfügt über ein Blockheizkraftwerk, das Strom liefert, um Bedarfspitzen abzufangen. Die dabei anfallende Überproduktion an Wärme wird für die Beheizung des Außenschwimmbeckens genutzt. Das Badeland hat darüber hinaus zwei Heizkessel, die mit Gas betrieben werden.