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Celle Stadt Ganz anders und völlig neu
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Ganz anders und völlig neu
14:02 28.11.2018
Auch Mädchen kommen voll auf ihre Kosten: Die Lego Friends und Disney Princess-Serie wird von Tanja Rode aufgebaut. Quelle: Birgit Stephani
Celle

Schuld ist der verrückte Onkel. Der brachte Johannes Lange dazu, Sammler von Lego-Modellen zu werden. Und so kommt es, dass über 1000 dieser Modelle derzeit in das Celler Bomann-Museum gebracht werden, um dort Teil der Ausstellung „Raumschiffwelten aus Lego-Bausteinen – Stein auf Stein aus der Sammlung Lange“ zu werden.

Doch mit ist diesen 1000 Modellen werden vom 6. Dezember bis 11. Juni 2019 nur Teile der Sammlung gezeigt. „Weitere 1800 Modelle mussten zu Hause bleiben“, schmunzelt der Sammler. In der vergangenen Woche baute das Team von Legosammlern die aktuelle Ausstellung im Museum auf. Rund 5000 Stunden haben sie sich darauf zu Hause vorbereitet. Alles wurde 1:1 aufgebaut, arrangiert, dokumentiert und fotografiert, um so den teilweise bis zu 15 Aufbauhelfern einen genauen Plan an die Hand geben zu können, was wo und wie zusammengefügt werden muss, um eine einzigartige Landschaft aus Lego-Modellen entstehen zu lassen.

Zum Team der Sammler gehören neben Johannes Lange auch Tanja Rode, Andrea Lange, Christian Lange und Dierk Reinke. 160 Stunden bauten die zusammen mit den Helfern von Freitag bis Montag im Museum. Während die Sammler selbst ganz genaue Vorstellungen von der Ausstellung hatten, wussten die Helfer teilweise nicht so genau, was auf sie zukam. Unzählige Kartons, alle fein säuberlich beschriftet, wurden nach Celle gebracht. Und obwohl die einzelnen Modelle darin zwar in irgendeiner Art und Weise vorgebaut waren, gab es doch noch jede Menge Arbeit für alle.

Für das Sammler-Team ist es mittlerweile die 15. Ausstellung überhaupt und die zweite in Celle. Für alle Besucher der ersten in Celle allerdings sei gesagt: „Diese Ausstellung ist ganz anders, völlig neu“, meint Christian Lange. Allein von der Größe her ist es eine Ausstellung, die so noch nie in Deutschland gezeigt wurde. Bei den Modellen handelt es sich größtenteils um Originale. Aufgebaut werden sie thematisch nach den Episoden der bekannten Star Wars-Filme. Es wird Vitrinen zu den Serien geben und immer wird darin auch die Weiterentwicklung der Lego-Bauteile gezeigt. Während die Modelle in den Anfängen teilweise noch recht einfach gehalten waren, ist im direkten Vergleich zu den heutigen Modellen zu sehen, wie sich die Bauwelten den Fortschritt angepasst haben. Anfangs noch typisch waren die Noppen auf den Bauteilen. Diese sind inzwischen verschwunden und mit den Modellen, mit denen jedes Kind irgendwann mal gespielt hat, haben die Raumschiffe heute fast nichts mehr zu tun. Detailgetreu und in der Anzahl der verwendeten Bauteile sind die heutigen Objekte eine filigrane Baukunst.

Der Schwerpunkt der Ausstellung ist das Star Wars-Thema mit seinen aufwendigen Raumfahrtszenen, die die Filme lebendig werden lassen. Eine Besonderheit sind dabei drei virtuelle Mitmachstationen: Raumstationen, in denen die Besucher sich und ihre Raumschiffe ins Weltall versetzen können.

Zu sehen sind aber auch zahlreiche Lego Technic- und Lego Architecture Modelle. Ein weiterer Anziehungspunkt in der Ausstellung ist die Lego Friends und Disney Princess Serie: ein Höhepukt auch für Mädchen. Doch auch die 60-jährige Lego Geschichte kommt nicht zu kurz. Der Siegeszug der bunten Steine startete 1958 in Billund, Dänemark. Seither haben die Steine auf ihrer Unterseite die charakteristischen Röhren, in die sich die Noppen der Oberseite fest einfügen: Stein auf Stein. Der Tischlermeister Ole Kirk Christiansen gründete das Unternehmen bereits 1932, produzierte anfangs jedoch Holzspielzeug. 1934 erfand er den Namen Lego als Abkürzung für leg godt (dänisch = spiel gut).

Gut spielen können Kinder und Familien auch in der Ausstellung: mit Lego Steinen selber bauen, der Fantasie freien Lauf lassen und Träume umsetzen. Weiterhin gibt es Workshops zum Bauen, Lego Racer machen die Museumspädagogik unsicher und mit einer lustigen Rallye für die ganze Familie kann man die Ausstellung und das Museum erkunden.

Der besondere Reiz der Ausstellung macht nach Meinung von Christian Lange die generationsübergreifende Faszination aus. „Hier kann der Opa mit seinem Enkel genauso Neues entdecken, wie die Mutter mit ihrer Tochter“, sagt der Sammler. Auch wer sich nicht für Star Wars begeistert, findet Modelle aus der eigenen Kindheit. Sogar die ersten Holzmodelle von Lego haben in den Vitrinen ihren Platz. „Die Ausstellung zeigt aber auch, dass Lego mit der Zeit geht“, sagt Lange und verweist darauf, dass es sogar rollstuhlfahrende Figuren gibt.

Angst um ihre Modelle haben die Sammler übrigens nicht. Alles wird durch Glasscheiben und -vitrinen geschützt. Wesentlich mehr Verluste und Beschädigungen sind da eher beim Auf- und Abbau und dem Transport zu befürchten. Aber auch das hielt sich bislang in Grenzen. Den größten Versicherungsfall habe man einmal bei einer Ausstellung gehabt, bei der es ein Transportunternehmen besonders gut meinte. „Große Modelle passen nicht immer komplett in die Kartons und Teile ragen dann schon mal heraus. Das beauftragte Transportunternehmen wollte diese Teile besonders gut schützen und umwickelte sie mit Folie, wodurch es dann zu Schäden an den Modellen kam“, schmunzelt Christian Lange heute belustigt. „Sowas ist aber höchst selten.“

Die Faszination für Lego liegt bei der Familie Lange anscheinend in den Genen. Ließ sich Johannes Lange wie gesagt durch seinen Onkel, Christian Lange, infizieren, so war es bei seiner Freundin, Tanja Rode, nahezu zwangsläufig sich auch dem Hobby hinzugeben. Auch Christian Langes Frau Andrea war es irgendwann leid, dem Hobby ihres Mannes nur zuzuschauen und begann selbst zu sammeln und sogar Modelle zu bauen. Die sind ebenfalls in der Ausstellung zu sehen. Es sind kleine Straßenzüge mit Häusern, die sogar ein detailgetreues Innenleben beherbergen. Am längsten sammelt natürlich Christian Lange, dessen Leidenschaft in den 1970er Jahren begann. „Anfangs wollte ich nur bauen“, erzählt er. Inzwischen bereitet es ihm allerdings weitaus mehr Freude, andere Menschen mit seinen Modellwelten zu beglücken. Seine erste Ausstellung hatte er im Jahr 2004. Die ist allerdings überhaupt nicht mehr mit dem Ausmaß heutiger Ausstellungen zu vergleichen. Den Besuchern ein Funkeln in die Augen zu zaubern, ist für ihn die größte Belohnung aller Mühen, die eine Ausstellung doch mit sich bringt. Und trotz aller Arbeit: das Aufbauen macht ihm immer noch am meisten Spaß. Dabei ist ihm der Teamgedanke besonders wichtig, weshalb er auch immer wieder seine Mitaussteller besonders hervorhebt, die mit ihren Schätzen schließlich einen nicht unwesentlichen Teil zur Ausstellung beisteuern. Und letztlich möchte der Sammler nur eins: die Geschichte erzählen, wie es zu den heutigen Modellen gekommen ist und wie aus Lego das wurde, was wir heute kennen.

Von Birgit Stephani

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