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Celle Stadt „Ganz hervorragende Exponate“
Celle Aus der Stadt Celle Stadt „Ganz hervorragende Exponate“
16:22 14.02.2010
Von Oliver Gatz
130 Exponate erzählen die Geschichte der Welfen-Frauen Eléonore d\\\'Olbreuse und ihrer Tochter Sophie Dorothea. Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

Kein besserer Ort als der prächtige Festsaal des Celler Schlosses hätte für die Eröffnung der Ausstellung „Mächtig verlockend“ gefunden werden können. Im historischen Ambiente tauchten die 450 geladenen Gäste gestern in die Geschichte der Welfen-Frauen Eléonore D’Olbreuse und Sophie Dorothea ein und ließen sich durch das Tanzensemble der Ballettschule von Ilona Harf in die Barockzeit am Celler Hof entführen. Die szenischen Aufführungen in originalgetreuen Kostümen zu klassischer Musik lockerten die zahlreichen Redebeiträge auf und machten die bewegende Welfen-Geschichte greifbar.

Dass es sich bei der Ausstellung um ein herausragendes kulturelles Ereignis handelt, machte schon die Gästeliste deutlich. Zur Eröffnung waren Madame de Réals als heutige Bewohnerin des Schlosses d'Olbreuse in Poitou, dem Geburtsort der letzten Celler Herzogin Eléonore d'Olbreuse, und Madame de Kerstrat, Präsidentin der Association d'Usseau, in die Allerstadt gereist. Auch Prinz Heinrich von Hannover ließ es sich nicht nehmen, nach Celle zu kommen.

„Mit Ihrem Besuch, Königliche Hoheit, machen Sie deutlich, wie wichtig Ihnen diese Ausstellung, wie wichtig Ihnen die Celler Wurzeln Ihrer eigenen Familie sind“, wandte sich Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende an Prinz Heinrich. „Sie ehren mit Ihrer Anwesenheit diejenigen, die hier in den letzten Wochen und Monaten diese gelungene Ausstellung ins Werk gesetzt haben.“

Die Leistungen und das Engagement der Herzogin Eléonore d'Olbreuse seien vorbildlich, führte Mende in seiner Rede aus. „Mit ihren kulturellen und religiösen Wurzeln als Hugenottin, mit ihrem besonderen Engagement für die verfolgten Angehörigen ihres Glaubens, mit ihrer Bereitschaft, ihre Macht und ihren Einfluss zum Wohl und zur Förderung des Gemeinwohls und der Hilfe für Schwächere einzusetzen, hat sie für die Stadt und die Bevölkerung Wegweisendes geleistet.“

Auf humorvolle Weise entdeckte Mende auch Verbindendes zwischen sich und Eléonore d'Olbreuse, die 1664 in Kassel Georg Wilhelm von Braunschweig begegnete. Auch er sei von Kassel nach Celle gekommen, erläuterte Mende. „Insofern teile ich das Schicksal von Eléonore d'Olbreuse und würde mich natürlich freuen, wenn es mir auch gelänge, so prägend für Celle zu werden, wie dies Eléonore in der damaligen Zeit tatsächlich war.“

Lobene Worte für die Schau fand auch Dietrich Hoppenstedt von der Stiftung Niedersachsen, die die Ausstellung maßgeblich gefördert hat: „Hier ist ein hervorragender Bestand an Schätzen aus der Welfen-Geschichte.“ Jochen Meiners, Direktor des Bomann-Museums, sprach von „ganz hervorragenden Exponaten“, merkte aber auch kritisch an, dass an Ausstellungen mit Originalen immer höhere Anforderungen gestellt und zum Teil Gebühren für Leihgaben erhoben werden. Dies lehne er für das Bomann-Museum ab. Abschließend erläuterte die Leiterin des Residenzmuseums, Juliane Schmieglitz-Otten, die Struktur der Ausstellung und ging auf einzelne Exponate ein.

Ausstellungsdauer: Die Schau in der Gotischen Halle ist von morgen an bis zum 15. August geöffnet.

www.residenzmuseum.de