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Celle Stadt Gebundener Ganztag "unvorstellbar"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Gebundener Ganztag "unvorstellbar"
17:21 28.09.2018
Von Gunther Meinrenken
Die SPD möchte gerne gebundene Formen des Ganztags an den Celler Grundschulen einführen. Doch das bleibt erst einmal Zukunftsmusik. Quelle: Frank Leonhardt
Celle

Wie ein Aufbruch in ein neues Zeitalter klang es im jüngsten Schulausschuss, als die in der Zwischenzeit aus der SPD-Fraktion ausgetretene Inga Marks über einen Antrag ihrer ehemaligen Fraktion sprach, den sie selbst noch vor ihrem Austritt mit eingereicht hatte. Marks setzt sich dafür ein, das vor zehn Jahren flächendeckend eingeführte System der offenen Ganztagsgrundschulen weiterzuentwickeln und an zwei oder drei Standorten gebundene Formen des Ganztags einzuführen. Bei den Schulen hält sich die Begeisterung im Augenblick eher in Grenzen.

Nach den Worten von Marks habe eine „kleine empirische Befragung von Schülern, Eltern, Betreuern und Lehrern“ ergeben, dass durch die Wahlfreiheit im offenen System, bei dem Kinder am Ganztag teilnehmen oder nicht, „eine große Unruhe durch den Wechsel von Betreuungssituationen in der Mittagszeit“ entstünde. Bei einem gebundenen System blieben alle Kinder in der Schule und die Familien könnten sich ganz bewusst für diese Schulform entscheiden. „Hier besteht die große Chance für Lehrer und Betreuer, Angebote verlässlich zu planen und den Unterricht über den Tag zu verteilen“, argumentierte Marks und argwöhnte, dass Kinder, die am Mittag die Schule verlassen würden und nicht bei ihren Freunden im Ganztag verbleiben dürften, benachteiligt seien. Die Stadt sollte die Standorte mit entsprechenden Finanzmitteln ausstatten und eigene Schulbezirke einrichten.

Der Enthusiasmus von Marks wird bei der Stadt und den Schulen allerdings nicht unbedingt geteilt. „Wir haben alle Schulen befragt, die Reaktion war eher zurückhaltend“, berichtete Fachdienstleiter Peter Binz. Eine Schule „kann sich das vorstellen, aber nicht in den nächsten Jahren“. Überdies würde die Stadt eine teilgebundene Ganztagsschule für einen oder zwei Züge neben dem offenen Ganztag favorisieren. So würden die Wahlmöglichkeiten der Eltern erhalten und die Schulbezirke müssten nicht angefasst werden. Das Potenzial hätten daher eh nur große Grundschulen, bei denen man neben dem offenen System teilgebundene oder voll gebundene Züge einrichten könnte.

Eine Schule, die in Frage kommen könnte, wäre die Hehlentorschule, mit über 300 Schülern die größte Grundschule im Stadtgebiet. Auch Schulleiter Detlev Soetbeer erteilt einer voll gebundenen Ganztagsgrundschule eine Absage. „Das ist unvorstellbar.“ Eine Teilgebundenheit sei denkbar, „aber nicht zum jetzigen Zeitpunkt. Wir wären schon froh, wenn wir bei unserem Lerndienstag eine Teilnahme von 100 Prozent hätten“, sagt Soetbeer.

Dennoch mache man sich bei den Celler Grundschulen Gedanken über eine Weiterentwicklung, auch im Bereich Ganztag. „Die Rektorenkonferenz arbeitet mit einem Schulentwicklungsberater zusammen. Wir möchten große Dinge anschieben, dazu zählt auch das Ganztagssystem. Insgesamt wollen wir, dass man von einem stimmigen Konzept zu den Standorten kommt und nicht nur über die reinen Schülerzahlen“, sagt Soetbeer.

Eine Hundesteuer-Staffel wir es in Celle nicht geben.

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