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Celle Stadt Gedenk-Gottesdienst für verwaiste Eltern in Klein Hehlen geplant
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Gedenk-Gottesdienst für verwaiste Eltern in Klein Hehlen geplant
17:23 12.12.2017
Die Gruppe rund um Pastor Mirco Kühne (Zweiter von rechts) gestaltet den Gedenkgottesdienst gemeinsam. Quelle: Anke Schlicht
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KLEIN HEHLEN. Nichts ist mehr wie zuvor – eine Erfahrung, die die Frauen und Männer, die hier beieinandersitzen, teilen. Sie haben ein oder sogar mehrere Kinder verloren, bei einigen liegt es bereits Jahrzehnte zurück, verwunden haben sie es bis heute nicht, allenfalls gelernt, damit zu leben.

In der Gruppe der verwaisten Eltern trifft jeder Gedanke, jede Empfindung, jede Klage oder auch Anregung auf die richtige Resonanz, der Austausch hilft. Auch das Ergebnis der Vorbereitungen, die sie an diesem Abend besprechen, wird der Erwartung nach Trost spenden, ein Ort für Trauer und vielleicht ein wenig Hoffnung und neuen Lebensmut sein.

„Die Bonifatiuskirche ist genau richtig für einen solchen Gedenkgottesdienst. Sie ist klein und beschaulich, und sie hat diesen schönen Taufengel“, sagt Pastor Mirco Kühne. Für ihn ist es einer der schwersten Termine des Jahres, denn auch er hat seinen kleinen Sohn verloren. „Es ist gleichzeitig einer der tröstlichsten für mich“, fügt Kühne hinzu, der mittlerweile die Winser Gemeinde betreut, die Klein Hehlener Kirche aber aus einer früheren Tätigkeit sehr gut kennt.

„Die Namen unserer Kinder sind im Himmel genannt“, ist im Zuge der Vorbesprechungen zum Gottesdienst zu hören, und sie werden im Verlauf der christlichen Zusammenkunft am kommenden Sonntag verlesen, so wie „Lösch nicht ihre Namen“ gebetet werden wird. Viele Lieder, darunter „Tears in Heaven“ von Eric Clapton, und Texte werden zu hören sein, die Klein Hehlener Kirchenband begleitet. Ein gemeinsames Verweilen im Anschluss bei Kaffee, Tee und Gebäck ist Mirco Kühne sehr wichtig: „Wenn Menschen beieinander sind, die Ähnliches erlebt haben, entstehen Schwingungen. Es hilft bei der Frage, wie es weitergehen kann nach so einem Ereignis. Das Leben muss leise wieder neu erlernt werden.“ Seine Erfahrung mit thematisch ausgerichteten Gottesdiensten umreißt er mit den Worten: „Wir möchten Verbundenheit entstehen lassen, die Starre, die die Betroffenen befällt, helfen zu lösen. Das Zelebrieren löst etwas aus. Darin liegt Segen.“

Der Gottesdienst für verwaiste Eltern beginnt am Sonntag, 17. Dezember, um 18 Uhr in der Bonifatiuskirche Klein Hehlen, Bonifatiusstraße 13. Im Anschluss gibt es die Gele-genheit, gemeinsam bei Kaffee, Tee und Gebäck zu verweilen.

Von Anke Schlicht