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Celle Stadt Gegner und Befürworter der Ostumgehung warten auf schriftliches Urteil
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Gegner und Befürworter der Ostumgehung warten auf schriftliches Urteil
10:01 26.04.2016
Von Gunther Meinrenken
Celle Stadt

Das liegt allerdings nicht nur in den Händen von Winkelmann. Eine Revision vor dem Bundesverwaltungsgericht hat das OVG Lüneburg zwar nicht zugelassen. Aber dagegen können die Gegner der Ostumgehung noch Beschwerde einlegen. Während Wolfgang Maurer, Sprecher der Interessengemeinschaft Alternative Ostumgehung, davon ausgeht, „dass wir die Nichtzulassung der Revision nicht anfechten werden“, ist sich Annegret Pfützner, die mit der Umweltschutzorganisation BUND ebenfalls geklagt hatte, da noch nicht sicher.

„Uns liegt noch kein schriftliches Urteil vor. Das kann ein paar Wochen dauern“, so Pfützner. Aus den bisherigen Äußerungen des OVG lasse sich nicht viel ableiten. Bei vielen Punkten, die der BUND kritisch zu dem Verkehrsprojekt eingewandt hatte, sei bisher nicht ersichtlich, wie sich das Gericht dazu geäußert habe, merkte Pfützner an. Daher werde man beim BUND erst das schriftliche Urteil abwarten und dann diskutieren, ob man eine Nichtzulassungsbeschwerde einreiche.

Bei der Landesbehörde für Straßen und Verkehr hat man mit Pfützner immerhin eines gemeinsam. Auch in Verden wartet man auf das schriftlich ausgearbeitete Urteil. Ostumgehungsplaner Winkelmann: „Was wir genau beim Schutz der Fledermäuse nacharbeiten sollen, wissen wir im Augenblick noch nicht.“

Ursprünglich habe man durch hohe Bepflanzungen die Fledermäuse davon abhalten wollen, die Fahrbahn der Ostumgehung zu queren. Bei der Aufhebung des Sofortvollzuges habe es bereits Hinweise darauf gegeben, dass den Richtern das zu wenig war. „Jetzt hatten wir zwei Fledermausbrücken geplant. Außerdem einen Fledermauszaun entlang der Trasse, der die Tiere zu den Querungshilfen führen sollte.“ Offensichtlich habe auch dies den Richtern nicht ausgereicht. Jetzt, so mutmaßt Winkelmann, könne es darum gehen, stärker auf das unterschiedliche Jagdverhalten der 13 dort vorkommenden Fledermausarten einzugehen.

Sollten die gerichtlichen Auseinandersetzungen beigelegt und das Projekt bis Jahresende endgültig planfestgestellt sein, könnten im nächsten Jahr die Bauarbeiten an dem etwa 5,5 Kilometer langen Abschnitt, in dessen Verlauf die Aller gequert werden soll, beginnen. 60 Millionen Euro kostet der Mittelteil der Ostumgehung. Geschätzte Bauzeit: etwa fünf Jahre.