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Celle Stadt „Geh aus, mein Herz und suche Freud“
Celle Aus der Stadt Celle Stadt „Geh aus, mein Herz und suche Freud“
13:30 19.02.2010
Celle Stadt

So oder ähnlich höre ich es fast jeden Tag von Menschen, denen ich auf der Straße oder bei Besuchen begegne. Glaubt man den Wettervorhersagen, dann soll es ja tatsächlich nächste Woche wärmer werden – nach acht Wochen mit Schnee und Eis. Noch hat uns der Winter fest im Griff.

Ich habe Hochachtung vor all denen, die dafür sorgen, dass die Straßen und Gehwege einigermaßen frei sind, oder die uns jeden Morgen bei widrigsten Wetterverhältnissen die CZ nach Hause bringen. Mir graut auch ein bisschen vor den Heizkosten – sowohl bei unserer Kirchengemeinde als auch bei uns zu Hause.

Aber zugleich freue ich mich immer noch am Winter, gehe gerne mit unserem Hund bei Eis und Schnee frühmorgens raus, genieße die klare Luft. Und meine Augen können sich immer noch nicht an der Schneelandschaft satt sehen. Ich staune über die Formenvielfalt der Schneeflocken. Endlich erlebt unsere jüngste Tochter, die immerhin 15 Jahre alt ist, einen richtigen Winter. Und die großen lernen das Autofahren bei winterlichen Straßenverhältnissen.

Nicht zuletzt auch für die Natur freue ich mich, eine echte Ruhephase. Und zugleich ein Ausleseprozess innerhalb der Tierwelt, der nach den letzten, viel zu kurzen Wintern dringend nötig ist – so die Förster.

Ein Mitglied unserer Gemeinde hat das Staunen über und die Freude an dieser Jahreszeit in Verse gegossen, die im Original wohl jedem bekannt sind:

„Geh aus, mein Herz, und suche Freud,

trotz dieser kalten Winterzeit

an deines Gottes Werken.

Die Bäume sind nun nackt und kahl

Und die Natur schläft überall

I: Und sammelt Kraft für Neues. :I

Gott schuf der Jahreszeiten Lauf:

Den Mond, die Sonn‘ und Sterne auch,

das Wachsen, Reifen, Ernten!

Schau an die märchenhafte Pracht, was Rauhreif über Nacht vollbracht.

I: All das zu uns’rer Freude. :I

Schnee fällt vom Himmel sacht und leis‘,

deckt zu und schmückt auf diese Weis‘

Wald, Gärten und die Felder.

Ein echtes Kunstwerk ist fürwahr

Ein jedes Flöckchen ganz und gar.

I: Zeigt uns die Macht des Schöpfers. :I

Die Vöglein, die zur Sommerzeit

Uns mit dem Zwitschern hab’n erfreut,

sie kommen bis an’s Fenster.

Schau an, sie picken voller Freud,

was Menschenhand hat hingestreut

I: und öffnen uns’re Herzen. :I

Von Axel Stahlmann