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Celle Stadt Geldspritze für Bauen in Altstadt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Geldspritze für Bauen in Altstadt
14:32 15.06.2011
Von Michael Ende
Celle Stadt

Viel mehr als nur Reparaturen an einzelnen Häusern peilt die Stadt Celle mit ihrer jetzt vom Stadtrat beschlossenen Förderrichtlinie zum Sanierungsprogramm Städtebaulicher Denkmalschutz in der Altstadt an. Es gehe darum, die City lebens- und wohnenswerter zu machen, so Stadtbaurat Matthias Hardinghaus, der es begrüßen würde, wenn mehrere Hausbesitzer konzertierte Aktionen starteten: "Zur Erreichung der Sanierungsziele können einzelne Bereiche wie etwa Blockstrukturen und Innenhöfe, neu geordnet werden." Die Grundstücke mehrerer Eigentümer in diesen Bereichen sollten so geordnet sein, dass nach Lage, Form und Größe für die bauliche und sonstige Nutzung optimiert gestaltete Grundstücke entstehen: "Dies gilt insbesondere für die Verbesserung der Erschließungssituation der einzelnen Grundstücke und der zusammenhängenden Innen-hof-Freiräume sowie zur Schaffung von Stellplatzflächen als auch Freiflächen für die einzelnen Objekte."

Förderfähig sind nach der jetzt beschlossenen Richtlinie Bauvorhaben, die zur Behebung von Mängeln an Häusern von geschichtlicher, künstlerischer und städtebaulicher Bedeutung und zur Verbesserung des Nutzwertes beitragen. Mit bis zu 40 Prozent der Kosten oder höchstens 75.000 Euro sollen zum Beispiel Projekte gefördert werden, die barrierefreies Wohnen in geschützten Baudenkmalen ermöglichen. Förderungswürdig könnten auch neue Wohnungszuschnitte, Schallschutzvorhaben, Heizungssanierungen und Energiesparmaßnahmen seien. Auch wer sein Bad renovieren möchte, kann aus Geld aus dem Fördertopf hoffen. "Wohnwertsteigerung" durch Anbau oder Modernisierung von Balkonen und Dachterrassen wird groß geschrieben. Im Rathaus wartet man jetzt auf Ansätze zur Schaffung und Gestaltung von Wohnhöfen. Auch "Kleinigkeiten", die die Altstadt lebenswert machen sollen, werden gefördert - etwa der Bau von Abstellräumen für Kinderwagen und Fahrräder. Eine Bonus-Förderung kann gewährt werden, wenn einem Vorhaben eine "besondere Vorbildwirkung" beigemesen wird.

In den nächsten Jahren sollen über das Förderprogramm rund acht Millionen Euro in die Altstadt fließen. Zwei Millionen sollten nach den Vorstellungen der Verwaltung zum Beispiel in die Umgestaltung des Brandplatzes und des Arno-Schmidt-Platzes investiert werden. Rund fünf Millionen Euro sollten in private Bauvorhaben investiert werden, so der Stadtbaurat. Man gehe davon aus, dass für private Vorhaben in diesem Jahr rund 400.000 Euro bereitgestellt würden.

Innenstadt-Immobilienbesitzer sollten sich im Vorfeld geplanter Bauvorhaben an die Stadt Celle wenden. Schon bevor die Handwerker anrücken, können Fördermittel fließen: Die Modernisierungsvoruntersuchung wird mit pauschal 80 Prozent der Kosten, maximal 5000 Euro, gefördert.