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Celle Stadt Gelebte Inklusion mitten in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Gelebte Inklusion mitten in Celle
16:50 06.07.2014
Von Oliver Gatz
Mitglieder des Vereins zur Förderung Körperbehinderte beim symbolischen Spatenstich. Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

Mitten im Herzen der Altstadt ist ein außergewöhnliches Inklusions-Projekt geplant. In den Häusern Bergstraße 41 und Südwall 10a sollen ein offener Treffpunkt, eine Schneiderei mit Laden und barrierefreie Wohnungen entstehen. Initiator des Vorhabens ist der Verein zur Förderung Körperbehinderter aus Groß Hehlen.

Erst einmal nur symbolisch fand am Samstag der erste Spatenstich für das Projekt statt, denn die Finanzierung ist noch nicht ganz in trockenen Tüchern. Für rund 400.000 Euro hat der Verein die beiden durch einen Hof verbundenen, denkmalgeschützten Häuser gekauft, darunter eine alte Buchbinderei. Schätzungsweise weitere 450.000 Euro könnte die Sanierung kosten – "wenn es keine großen Überraschungen gibt", so Vereinsvorsitzender Hans-Wilhelm Ziesler.

Die Stadt stellt sich hinter das Vorhaben. "Ich finde das Projekt ganz hervorragend", sagte Stadtrat Stephan Kassel. Er hofft, dass die Gelder fließen, die der Verein benötige. Dazu stehen auch Fördermittel im Rahmen der Altstadtsanierung in Aussicht. Abstimmungsbedarf besteht zudem mit dem Landkreis und dem Landessozialamt als Aufgabenträger.

Einen Großteil der Kosten – die Rede ist von 40 Prozent – könnte die "Aktion Mensch" beisteuern, wenn alle Signale auf Grün stehen und die verantwortlichen Stellen das Vorhaben positiv unterstützen. Insofern wollte der Verein, der sich weitere Sponsoren und Unterstützer wünscht und am Samstag auch sein 40-jähriges Bestehen feierte, noch keine Prognose abgeben, wann die beiden Gebäude fertiggestellt werden. Auch machten die Initiatoren deutlich, dass angesichts der alten Bausubstanz in erster Linie Fachleute sich dem Vorhaben widmen werden. Freiwillige Helfer wie behinderte Menschen könnten aber eventuell Hilfsarbeiten übernehmen, hieß es.

Das Projekt besteht aus mehreren Bauabschnitten. Den Beginn macht der Laden in dem Haus an der Bergstraße. Dort soll Mode für Menschen ohne Normgröße und Behinderte verkauft werden, die in der angeschlossen Schneiderei hergestellt wird. Die Werkstatt ist als Zuverdienstbetrieb für Behinderte und Nichtbehinderte konzipiert. Zehn Arbeitsplätze sollen hier entstehen. Außerdem sind ein offener Treffpunkt und barrierefreie Wohnungen für Menschen mit Handicap geplant - eventuell mit Fahrstuhl, wenn der Denkmalschutz das zulässt.