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Celle Stadt Gelungenes Abschiedskonzert der Privaten Musikschule Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Gelungenes Abschiedskonzert der Privaten Musikschule Celle
16:30 21.06.2017
Konzert der Privaten Musikschule Malte Bleeker (Cello) begleitet von Andrzej Berezynski Quelle: Rolf-Dieter Diehl
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Das von Johann Hartmann (Klavier), Fiorella Schikarski (Klarinette) und Luise Brüggenjürgen (Violoncello) interpretierte a-Moll-Trio op. 83,1 von Max Bruch stand dabei quasi symptomatisch für das Programm, das gekennzeichnet war von einem farbreichen, rhythmisch gesanglichen Ausdrucksreichtum voller ebenso dramatischer wie lyrischer Elemente. Harmonische Schönklänge wetteiferten mit abwechslungsreichen Modulationen, und bei jedem Instrument wurde der jeweils typischen Klangfarbe und Spielweise nachgespürt.

Glen Kiesecker und Hagen Papenburg (Klavier). Hanna Kubersky (Violoncello) und David Altmann (Oboe) sowie die jeweils von Andrzej Berezynski (Klavier) begleiteten Deborah Haack (Flöte), Malte Bleeker (Violoncello) und Luise Brüggenjürgen (Violoncello) begeisterten im weiteren Verlauf mit solistischen Vorträgen von Stücken unter anderem von Bach, Liszt, und Haydn und sorgten damit für ein munteres musikalisches Kaleidoskop. Darunter auch Brittens „Pan“ aus den „Six Metamorphoses after Ovid“ für Oboe solo, einem Meisterstück poetischen Erfindungsreichtums, bei dem Altmann mit chromatischem Staccatoton und immer größer werdenden Intervall(bock)sprüngen sein Können zeigte. Oder Chopins Klavier-Solo „Fantaisie-Impromptu cis-Moll“, bei dem Papenburg auf einem sanft wiegenden Arpeggiengrund mit sicherer Hand eine nahezu ununterbrochene Sechzehntelgirlande zu weben wusste. Oder die „Courante“ aus Bachs Cello-Suite Nr. 3, bei der Kubersky zeigte, warum diese Tänze so beliebt sind.

Bei Haacks Interpretation des „Adagio“ aus Bachs Flötensonate g-Moll wiederum faszinierte die bestechende Verbindung von präzisem Intellekt und wunderbarer Klarheit des Gefühls, von Kontrolliertheit der Gestaltung und natürlichem Ausdruck, wobei sie mit einem hohen Maß an Sensibilität und kunstvoller Phrasierung Nuancen zu entfalten verstand. Und das mit einem wunderschön warmen, weichen und wandlungsfähigen Ton.

Überhaupt: Erstaunlich gelassen, konzentriert und souverän meisterten die jungen Interpreten ihre Vorträge. Mal in sich versunken, mal kraftvoll und voller Schwung, mal dramatisch donnernd, dann wieder zart singend und flutend zeigten sie bei den ausgewählten Kompositionen ihr individuelles Können und Gestaltungsvermögen und ein erfrischendes Selbstbewusstsein.

Von Rolf-Dieter Diehl