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Celle Stadt Genossenschaften in Celle: Das Wohl aller im Mittelpunkt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Genossenschaften in Celle: Das Wohl aller im Mittelpunkt
17:57 07.12.2016
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Zunächst gründeten 50 Bürger 1843 im württembergischen Öhringen die erste Kreditgenossenschaft unter dem Namen „Öhringer Privatspar- und Leihkasse“, als Bauern und Handwerker in großer Not waren. Diesen Bevölkerungsgruppen wollten Bürgermeister Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Justiziar Hermann Schulze-Delitzsch helfen. Sie erkannten aber beide rasch, dass zu einer erfolgreichen Selbsthilfe auch Selbstfinanzierung gehört und regten die Gründung von Kredit- beziehungsweise Darlehenskassenvereinen an – mit dem Prinzip "Ein Mensch – eine Stimme".

„Mit unserer Niederlassung ‚Volksbank Celle‘, die bereits 1854 gegründet wurde, haben wir einen Ursprungszweig der Genossenschaftsbanken in unserer Region", erklärt Jürgen Wache, Sprecher des Vorstandes der Hannoverschen Volksbank. "Celle wurde zum Zentrum der genossenschaftlichen Idee im damaligen Königreich Hannover. Es herrschte ein enger Kontakt zu Schulze-Delitzsch und auch der erste Verbandstag der Genossenschaften wurde in Celle abgehalten. Und bereits 1860 wurde die ‚Vorschuß-Vereinsbank zu Hannover‘ als Vorläufer der heutigen Hannoverschen Volksbank gegründet. Wir sind sehr stolz auf diese mehr als 160-jährige Tradition.“

107.500 Menschen aus der Wirtschaftsregion Hannover-Celle sind nun Mitglied und damit Eigentümer der Volksbank. 1872 wurde die Volksbank Südheide gegründet. Heute kommt die Genossenschaftsbank auf 211 Mitarbeiter und 26.052 Mitglieder. Im Jahre 1903 wurde die Sparda-Bank Hannover von Eisenbahnern für Eisenbahner gegründet, um in finanziellen Dingen solidarisch zusammenzustehen. Heute kommt die Genossenschaftsbank auf rund 259.000 Mitglieder.

Um ihren Mitgliedern bezahlbaren Wohnraum bieten zu können, wurde 1893 der Celler Bau- und Sparverein (CBS) gegründet. Heute kommt die Wohnungsbaugenossenschaft auf 710 Wohnungen und rund 1300 Mitglieder, die aktuell auf ihre Geschäftsanteile eine Dividende von vier Prozent erhalten. Die Wohnungsbaugenossenschaft Südheide betreut rund 2.700 Wohnungen.

Der CBS wirbt mit dem Slogan "Sicher wie Eigentum, flexibel wie Miete". Auf der Homepage steht: "Unsere Wohnungsgenossenschaft ist eine Selbsthilfeeinrichtung zur Schaffung von gutem, sicherem, und sozial verantwortbarem Wohnraum. Die Genossenschaft ist demokratisch organisiert. Eine Mitgliedschaft berechtigt, Leistungen der Genossenschaft in Anspruch zu nehmen, zum Beispiel Wohnraum anzumieten. Ein weiterer Vorteil ist das Dauerwohnrecht, die Möglichkeit eines unkomplizierten Wohnungswechsels innerhalb der Genossenschaft, gute Verzinsung der Einlage, günstige Nutzungsgebühren und ein guter Service." Kaution, Provision und Eigenbedarfskündigungen gibt es bei Genossenschaften nicht.

Von Dagny Rößler