Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Genralmajor über Bundeswehr:
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Genralmajor über Bundeswehr:
21:32 06.06.2012
In klarer Sprache unterbreitete Generalmajor Werner Kullack in seinem Vortrag Analysen und Wertungen. Quelle: Udo Genth
Celle Stadt

„Wir können besser werden.“ Dieses Fazit zog Generalmajor Werner Kullack am Dienstagabend bei seinem Vortrag in Celle über internationale Kooperationen der Bundeswehr am Beispiel des Deutsch-Niederländischen Korps. 70 Interessierte hörten Analysen und Schlussfolgerungen, die teilweise über den Themenbereich hinausgingen.

Kullack ist Vize-Kommandeur des Deutsch-Niederländischen Korps, das in Münster beheimatet ist. Streng genommen besteht es nur aus einem multinational besetzten Hauptquartier und den für einen Stabsbetrieb notwendigen Bataillonen, Truppen werden erst im Kampf zugeführt. In diesem Hauptquartier gibt es Angehörige aus zwölf Nationen, die Führungspositionen wechseln jedoch stets zwischen den Streitkräften der Niederlande und Deutschlands. Die Zusammenarbeit sei reibungslos, betonte Kullack und nahm diese Feststellung zum Ausgangspunkt, um über eine Stabsübung in Münster aus dem vorigen Jahr zu berichten. Die langen Vorarbeiten dazu beruhten auf einer zunächst eigenartig anmutenden Erkenntnis: „Auf dem modernen Kriegsschauplatz sind die Truppen nicht allein.“ So arbeiten in Afghanistan bis zu 33 unterschiedliche Organisationen - von diplomatischen Vertretungen über das Rote Kreuz und Technisches Hilfswerk (THW) bis zur Unesco. Die galt es, in die Übung einzubeziehen. Das allein erforderte für Soldaten eine Umgewöhnung. „Wir haben einen vernetzten Ansatz gehabt“, erläuterte Kullack. Die Arbeitsweisen und Abläufe mussten harmonisiert werden. Letztlich gelang es, das inhomogene Konglomerat der Organisationen und ihrer Ziele und Interessen zu gemeinsamem, abgestimmten Handeln zu veranlassen. Daraus zog der Generalmajor für die Bundeswehr eine Lehre: „Wir können besser werden“.

Kullack nahm auch zu Entwicklungen in der Bundeswehr Stellung. Er bedauerte aus gesellschaftspolitischer Sicht das Aussetzen der Wehrpflicht, hält es unter militärischen Aspekten jedoch für richtig. Die Neuausrichtung der Bundeswehrspitze kritisierte er mit klaren Worten. So ist die Unterstellung der Inspekteure der Teilstreitkräfte nach seiner Ansicht ein Rückschritt. Weiter meinte er, dass die USA sich mehr in den pazifisch-asiatischen Raum orientieren werden. Das sei für die Weltpolitik richtig; Europa werde in seiner Bedeutung gemindert. Dessen ungeachtet spielten die amerikanischen Streitkräfte nach wie vor eine bestimmende Rolle in der NATO. Udo Genth

Von Udo Genth