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Celle Stadt Geothermie: Power für Hotspot Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Geothermie: Power für Hotspot Celle
13:43 01.06.2011
Von Michael Ende
OB Dirk-Ulrich Mende links und 1. Stadträtin Dr. Susanne Schmitt, Vorstandsvorsitzende des Vereins GeoEnergy Celle e.V., nehmen zu den Resultaten Stellung. - Vortragen wird Herr Prof. Dr. Dieter Michalzik, Geschäftsführer der GeoDienste GmbH aus Garbsen.Mitte Quelle: Peter Müller
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CELLE. "Es wäre schlimm, wenn man dieses Potential nicht nutzen würde" - zu diesem Schluss kommt Professor Dr. Dieter Michalzik, Geschäftsführer der GeoDienste GmbH aus Garbsen. Der Geologe hat sich mit im Rahmen einer Studie mit den geologischen und verfahrenstechnischen Möglichkeiten der Erdwärmenutzung im Celler Stadtgebiet befasst. Er ist überzeugt davon, dass einige Tausend Meter unter der Stadt "sensationelle Temperaturen - die höchsten, die man in Norddeutschland findet"- herrschen: ideale Voraussetzungen für die Erdwärme-Nutzung.

Selbst gebohrt hat Michalzik nicht -er stützte sich auf bereits vorliegende Daten aus der Exploration von Erdöl- und Erdgas-Vorkommen in der Region. Das Ergebnis lasse keinen Zweifel offen, sagte er gestern bei der Präsentation seiner Studie: "Die Untergrundtemperaturen liegen im Großraum Celle weit über dem bundesdeutschen Durchschnitt." Aufgrund der komplexen strukturgeologischen Situation befinden sich die geothermisch vielversprechenden Horizonte in sehr unterschiedlichen Tiefenlagen. So liege die Temperatur in 800 Metern Tiefe, in der es in Deutschland durchschnittlich 34 Grad warm sei, in Celle bei 39 Grad, in 2000 Metern Tiefe (Durchschnitt 70 Grad) bei 83 Grad, und in 3000 Metern (Durchschnitt 100 Grad) bei 130 Grad: "Das ist so richtig 'ne Hausnummer." Für die Tiefe von 5000 Metern prognostizierte Michalzik gar eine Temperatur von 199 Grad - Traumbedingungen für die Erdwärmenutzung.

In Celle wären sowohl eine Direktwärmenutzung etwa für das Badeland als auch Stromgewinnung aus Erdwärme möglich, so Michalzik. In drei bis fünf Jahren könne man ein erstes Großprojekt realisieren - und damit werde man sich wirtschaftlich "im grünen Bereich" bewegen, so der Experte, der von "Millionen-Einnahmen" sprach: "Wenn man in 5000 Metern das Rotliegende erreichen könnte, wo wir Temperaturen von 199 Grad erwarten, wäre das sensationell." Aber genau in diesem Bereich stoße die Technik derzeit noch an ihre Grenzen.

An deren Überschreitung arbeite man derzeit im Cluster GeoEnergy Celle, sagte dessen Vorstandsvorsitzende, Erste Stadträtin Susanne Schmitt. Der Umstand, dass Celler auch geologisch ein Geothermie-"Hot Spot" sei, sei für die Entwicklung dieser Zukunftstechnologie ideal. In absehbarer Zeit wolle man nun konkrete Projekte realisieren. Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende: "Wir sind jetzt in der Lage, zusammen mit Partnern Vorzeigeprojekte zu entwickeln und der Geothermie zum verdienten Durchbruch zu verhelfen."