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Celle Stadt Gericht schickt Räuber hinter Gitter
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Gericht schickt Räuber hinter Gitter
16:59 23.06.2011
Celle Stadt

LÜNEBURG. Das Landgericht Lüneburg hat zwei Männer aus Celle wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Beide hatten kurz vor Weihnachten 2010 ein Ehepaar in dessen Wohnung in Westercelle überfallen und gezwungen, aus dem Wandtresor 20.000 Euro herauszugeben.

Mit Schutzanzügen bekleidet und mit Atemschutzmasken ausgestattet bedrohten die 25- und 29-jährigen Männer das Ehepaar und seine beiden Kinder mit Reizgas. Zuvor hatten sie sich am frühen Morgen durch einen Hintereingang Zutritt zu dem Haus verschafft, als die 41jährige Hausfrau den Hund herauslassen wollte.

„Dieser Überfall zeichnet sich dadurch aus, dass die Opfer in ihrer privaten Wohnung aufgesucht wurden“, erläuterte Matthias Steuernagel, der Vorsitzende der 2. Großen Strafkammer das aus Sicht der Angeklagten harte Urteil.

Beide hatten versucht im Verlauf des Prozesses ihr Vorgehen zu verharmlosen. „Doch von einem minder schweren Fall auszugehen, wie die Verteidiger plädierten, sah die Kammer keine Veranlassung. Die beiden geständigen Angeklagten versuchten ihre Tat mit ihrem Drogenbedarf und Schulden bei den Drogendealern zu rechtfertigen. Dass sie dazu die Namen ihrer Drogendealer verrieten, veranlasste die Kammer nicht, mildernde Umstände bei der Strafzumessung anzunehmen.

Unklar blieb, woher die Angeklagten Informationen über die Gewohnheiten der Familie erhalten hatten, die diesen Überfall erst möglich machten. Die Angeklagten wussten, dass die Familie an diesem Tag einen außergewöhnlich hohen Geldbetrag in einem versteckt liegenden Geldschrank aufbewahrte. Sogar das Versteck des Geldschranks kannten sie. Darüber hinaus wussten sie, welchen Hauseingang die Familie üblicherweise benutzt.

„Wenn ich gewusst hätte, dass Kinder im Haus sind, hätte ich das nicht gemacht“, versuchte einer der Täter seinen Tatbeitrag abzuschwächen. 17.000 Euro stellte die Polizei bei der Verhaftung sicher.

Sechs Jahre und neun Monate soll der 25-jährige und sechs Jahre und fünf Monate der 29-jährige ins Gefängnis. Überzeugt davon, dass die Angeklagten nach einer erfolgreichen Drogen-Therapie keine Straftaten mehr begehen würden, ordnete die Kammer die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an.

Von Angelika Jansen