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Celle Stadt Geschichtsstunde der besonderen Art mit Freya Klier
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Geschichtsstunde der besonderen Art mit Freya Klier
17:36 03.09.2013
Bürgerrechtlerin Freya Klier wies darauf hin, dass Menschen, die die DDR schönreden wollten, immer weniger würden: "Die Verfechter, die noch übrig sind, sterben mit der Zeit aus." Quelle: Alex Sorokin
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Besonders thematisiert wurde der Volksaufstand am 17. Juni 1953. Im Zentrum des Besuches stand eine von Klier produzierte Dokumentation unter dem Namen "Der 17. Juni 1953 - Volksaufstand in der DDR. Wir wollen freie Menschen sein!", welche die Verhältnisse während des DDR-Regimes zu dieser Zeit mithilfe von Zeitzeugenberichten am Beispiel der Stadt Leipzig authentisch darstellt. Danach konnten die Zuhörer alle Fragen, die ihnen auf der Seele brannten, direkt an die Bürgerrechtlerin richten. Besonders spannend wurde es bei der Frage, wie sie sich gegenüber DDR-Befürwortern verhalte und auf diese reagiere. Klier reagierte darauf sachlich und gelassen: "Jeder muss sich selbst damit beschäftigen. Von Seiten der Politik her wird die DDR glücklicherweise nicht mehr in dem Maße beschönigt, wie es früher der Fall war. Die Verfechter, die noch übrig sind, sterben mit der Zeit aus. Das ist schon ein biologischer Prozess."

Trotzdem wies sie deutlich darauf hin, dass auch heute noch Parteien vorhanden seien, die ihre Wurzeln in der SED hätten und dass man auf keinen Fall wegschauen dürfe, was die Thematik betreffe: "Diktaturen und Kommunismus gibt es auch heute noch. Das sind Probleme von ganz Osteuropa." Eine weitere Frage einer Schülerin lautete, wie Klier denn an diese ganzen Berichte gekommen sei. Die Antwort war mehr oder weniger verblüffend, denn dies sei mehr durch Zufall geschehen, so Klier. "Ich bin zu einem Gedenktag eingeladen worden und habe dort Betroffene kennen gelernt. Die persönlichen Gespräche hinterher waren auch für die Zeitzeugen von großer Bedeutung." (ste)

Von Stefanie Franke