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Celle Stadt Geschichtsträchtiger Rückblick auf Gettoleben in Wilna in Celler Synagoge
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Geschichtsträchtiger Rückblick auf Gettoleben in Wilna in Celler Synagoge
16:24 26.06.2017
Celle Stadt

Aussagekräftige Beispiele dafür und einen geschichtsträchtigen Rückblick auf das Gettoleben zeigt die Ausstellung „Vilne, Wilna, Wilno, Vilnius – Jiddische Verleger und Übersetzer deutscher Autoren im Spiegel ihrer Bücher“, die in der Celler Synagoge zu sehen ist. Ausgewählte Textbeispiele bieten nicht nur einen nachhaltig informativen Überblick über Publikationen jener Zeit, sondern auch über die Bedingungen, unter denen sie im Getto zu Papier gebracht wurden.

Als einer der namhaften Literaten wird hier der Schriftsteller und Übersetzer Isaac Bashevis Singer (1904 bis 1991) vorgestellt, der sich vor allem „mit religiöser Tradition und sozialer Realität in der jüdischen Welt beschäftigt hat. 1935 in die USA emigriert, erhielt Singer 1978 als erster und bislang einziger jiddischsprachiger Schriftsteller den Literaturnobelpreis.

Bei einem Rundgang durch die Ausstellung erhält man auch interessante Informationen über die 1941 eröffnete Getto-Bibliothek, die bereits nach wenigen Monaten die 10.000. Ausleihe verzeichnete.1942 hatte die Bibliothek schon einen Bestand von 30.000 Titeln. Sie bildete „das kulturelle Herzstück“ des Gettos. Für einzelne Titel – etwa für Tolstois „Krieg und Frieden“, eines der damals meistgelesenen Bücher im Getto – gab es lange Wartelisten.

Von Rolf-Dieter Diehl