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Celle Stadt Geschickte Darstellung von Dynamik
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Geschickte Darstellung von Dynamik
13:19 15.02.2010
Das "Trio cantabile" mit (von links) Guido Larisch (Cello), Christiane Kroeker (Klavier) und Hans-Jörg Wegner (Flöte) bei seinem Konzert im Beckmannsaal. Quelle: Rolf-Dieter Diehl
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Von Joseph Haydn über Max Bruch und Philippe Gaubert bis - ein musikalisches Sahnebonbon - zu Louise Farrenc, die 1842 als erste Frau eine Professur am Konservatorium in Paris erhielt, reichte die Spannbreite der ausgewählten Kompositionen.

Bereits das aufgewühlte Allegro in Haydns D-Dur-Trio ließ erkennen, mit welcher Ausdruckskraft und Spielfreude die drei Musiker zu Werke gingen. Selbst musikalische Nebenschauplätze wurden mit einem Sinn fürs Subtile und die kleinen, versteckt lauernden Abgründe mit Feinsinn und gefühlter Spannung angereichert. Zudem gefiel das Trio mit einer beispielhaften Klangbalance. Durch geschickte Gestaltung der Dynamik ließ es so immer wieder raffiniert ausmusizierte Kontraste entstehen.

Das Trio verdeutlichte die charakteristischen Spannungen der unterschiedlichen Werke, transportierte lustvoll die explosiv wechselnden Stimmungen und kolorierte seine Interpretationen zu farbenfrohen Klangbildern. Da unterstrich Kroeker ihre beeindruckende Gestaltungsfähigkeit mal mit energischem Staccato, mal huschte sie perlend zart über die Tasten. Die Flöte schmiegte sich bruchlos an die quicklebendigen Fingertänze der Pianistin an und belebte mit ihrem Timbre den erhebenden Atem der Musik. Dazu erfuhr das plakative Wort vom „Singen“ des Cellotons bei Larisch eine selten zu erlebende betörende Bestätigung. Effektvoll ausgestattete Stücke wie Gauberts „Drei Aquarelle“ standen neben lyrisch-nachdenklichen Andante-Sätzen. Dabei ließ das „Trio cantabile“ im Beckmannsaal jede minimale Wendung, motivische Verspieltheit und dynamische Einfärbung mitfühlbar zu Tage treten.

Von Rolf-Dieter Diehl