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Celle Stadt Gespann-Turnier mit historischem Flair
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Gespann-Turnier mit historischem Flair
11:49 18.08.2010
Internationales Traditionsturnier für historische Gespanne Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

Pferdekompetenz und der Name Celle werden teilweise bereits synonym verwendet. Doch wann hatte man in der Residenzstadt schon einmal Gelegenheit, beispielsweise einen ungarischen Jagdwagen aus dem Jahre 1837 oder einen Phaeton-Zweispänner von 1890 zu sehen? Am kommenden Wochenende werden sich diese und noch viele weitere liebevoll restaurierte Originalkutschen in das Celler Stadtbild einfügen. Im Rahmen des Jubiläumsjahres findet am Landgestüt das erste internationale Turnier für traditionelle Anspannung (CIAT) Deutschlands statt.

„Es geht bei dem Turnier nicht vorrangig um den sportlichen Ehrgeiz“, erklärt Organisator Günzel Graf von der Schulenburg-Wolfsburg. „Die Art des Fahrens und die vielen schönen Wagen in all ihrer Pracht bilden den Mittelpunkt.“ Insofern sei das Turnier in Celle etwas ganz besonderes. Schulenburg-Wolfsburg: „Dass Pferdegespanne durch die Stadt müssen, ist für Fahrer das täglich Brot. Im Rahmen einer Wertungsfahrt ist es aber schon etwas ganz besonderes, das andere Veranstaltungen dieser Art bei unseren europäischen Nachbarn eher nicht aufweisen können.“

In anderen Nationen gelten Traditionsturniere schon als Großveranstaltungen, in Deutschland soll durch die besondere Premiere in Celle möglichst etwas ähnliches etabliert werden. Schulenburg-Wolfsburg: „Wir müssen uns hier erst ein Gesicht machen. Ich bin mir sicher, dass wir bei einer gelungenen Veranstaltung in der nächsten Auflage mit noch mehr Teilnehmern rechnen dürfen.“ So umfasst die Teilnehmerliste an der Turnierfahrt derzeit 22 Gespanne. In einer Pressemitteilung der Stadt werden insgesamt rund 70 Kutschen angekündigt.

Einen Grund, warum historische Gespanne in Deutschland eher zu den Randerscheinungen gehören, hat der selbst passionierte Gespannfahrer schnell gefunden. „Das liegt an den zwei Weltkriegen. Während anderswo viele Gespanne überdauert haben, sind bei uns nach den Kriegen viele Remisen leer gemacht worden und die Kutschen als Brennholz durch den Schornstein gewandert“, erklärt Schulenburg-Wolfsburg

Die Stadt Celle, das Landgestüt und auch die Voltigier- und Reitgemeinschaft Westercelle haben bei der Organisation des Turniers geholfen, wo immer es nötig war. „Natürlich wollen wir mit der Pferdekompetenz aus Celle bei den Teilnehmern glänzen“, sagt erste Stadträtin Susanne Schmitt. „Da es vom Veranstalter neben Plaketten regionale Sachpreise statt Geld für die besten Teilnehmer gibt, sind wir zudem stolz, dass ein Stück Celle in die Welt hinaus getragen wird.“

Programmablauf des ersten Traditionsturniers Deutschlands

Insgesamt drei publikumswirksame Prüfungen wird das erste internationale Turnier für traditionelle Anspannung für die Fahrer bereithalten.

●Präsentation: Alle teilnehmenden Gespanne müssen sich am Sonnabend, 21. August, ab 14 Uhr der Jury zur Begutachtung am dem Celler Schloss vorstellen. Bevor jedoch die Richter ihre Wertung abgeben, werden die Gespanne von Fachleuten für das Publikum kommentiert. Es werde Erläuterungen zum Baujahr, ursprünglicher Verwenddung und viele interessante Informationen und Anekdoten zu den einzelnen Wagen geben, versprechen die Veranstalter.

●Geländefahrt: Ab 9 Uhr starten die Fahrer am Sonntag, 22. August, von Westercelle aus auf eine 15 Kilometer lange Strecke. Fünf Geländeprüfungen müssen sie dabei meistern. Die erste Prüfung wartet in der Mittelstraße, zwei weitere folgen auf dem Reitplatz Westercelle. Vor dem Neuen Rathaus und im französischen Garten warten die abschließenden Aufgaben auf die Gespannfahrer. Der Ziel befindet sich auf dem Großen Plan. An allen Stationen sind Zuschauer willkommen.

●Hindernisfahrt: Den Abschluss des Fahrprogramms bildet am Sonntag, 22. August, ab 14 Uhr ein Hindernisparcours auf dem Landgestütsgelände. Je nach Klasse und Wendekreis der Gespanne wird die Schwierigkeit angepasst. Auf diese Weise bleibt der Wettkampf bis zuletzt spannend. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.

Von Björn Schlüter