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Celle Stadt Gesunde Arbeit: Celler Firmen und Behörden vielfältig aktiv
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Gesunde Arbeit: Celler Firmen und Behörden vielfältig aktiv
17:46 13.02.2014
Von Oliver Gatz
Das Erdölserviceunternehmen Baker Hughes bietet regelmäßig Gesundheitstage mit unterschiedlichen Schwerpunkten an. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Regelmäßig bietet das Erdölserviceunternehmen Baker Hughes Gesundheitstage mit unterschiedlichen Schwerpunkten an. Die jüngste Veranstaltung stand unter dem Motto „Gesund und fit in Beruf und Freizeit“ – mit Beratung für einen gesunden Rücken, Ermittlung von Ausdauer, Kraft und Koordination, den richtigen Einsatz von Hautschutz und Hautpflege in der täglichen Arbeit und Informationen über die persönliche Schutzausrüstung.

Darüber hinaus ist Baker Hughes eine Kooperation mit einem Fitness- und Gesundheitsdienstleister eingegangen. Die Mitarbeiter können dabei selber wählen, welche Angebote sie wahrnehmen möchten.

Deutlich aktiver als früher in Bezug auf Gesundheitsförderung sind auch die Verwaltungen von Stadt und Landkreis. Der Grund: Im Zuge des demografischen Wandels wächst der Altersdurchschnitt der Mitarbeiter, was zu höheren Ausfallzeiten führt. Zudem nehmen die psychischen Erkrankungen zu, die in der Regel langwierig sind.

„Das ist für mich ein ganz wichtiges Thema“, betont Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende, in dessen Zuständigkeit die Gesundheitsförderung fällt. Die Maßnahmen sind breit gefächert. Um zum Beispiel das Betriebsklima im Bauhof oder Grünflächenamt zu verbessern, wurden die Vorarbeiter in den Kolonnen 2011 erstmals von den Mitarbeitern selbst gewählt. Mit Erfolg: 2013 wurden die Vorarbeiter bei einer erneuten Wahl bestätigt.

Darüber hinaus bieten externe Dienstleister Schulungen an – auch um präventiv etwas zu unternehmen, damit es gar nicht erst zu Fehlzeiten kommt. Themen sind zum Beispiel Führung, Unternehmenskultur, Konfliktcoaching, Zeitmanagement und Wiedereingliederung in den Beruf, aber auch Yoga uns Physiotherapie.

Im interkommunalen Vergleichsring der KGSt, dem elf Städte angehören, liegt Celle bei den Krankheitstagen nur auf Platz 10. Die Lage hat sich aber leicht verbessert: Die Fehlzeitenquote im Rathaus ist von 7,77 Prozent in 2012 auf 7,39 Prozent im vergangenen Jahr gesunken. „Das macht für mich deutlich, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, sagt Mende.

Auch der Landkreis hat seine Bemühungen auf dem Gebiet der Gesundheitsförderung verstärkt – auch um angesichts des Fachkräftemangels als Arbeitgeber attraktiv zu sein. „Wir machen heute wesentlich mehr“, sagt Axel Lindhorst, Leiter des Amtes für Steuerung und Personal. 2010 hatte es an der Trift zu dem Thema eine Mitarbeiterbefragung gegeben – mit fast 80 Prozent Beteiligung. Jetzt werden die Ergebnisse nach und nach umgesetzt.

Bei den Ausfallzeiten stehen in der Kreisverwaltung die psychischen Erkrankungen auf Platz eins. Deshalb werden Führungskräfte geschult, um psychische Belastungen am Arbeitsplatz eher zu erkennen – eine Frage der Arbeitsorganisation, des Zeitmanagements und der Stressbewältigung.

Die häufigste Ursache für Fehlzeiten sind jedoch Muskel- und Skeletterkrankungen. Präventiv will hier die Verwaltung eine mobile Massage am Arbeitsplatz außerhalb der Arbeitszeit anbieten. Die Kosten trägt der Beschäftigte. Zudem gibt es Ernährungskurse und Rückenschule – alles vor Ort, um den Mitarbeitern die Teilnahme an den Angeboten zu erleichtern.