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Celle Stadt Geteiltes Echo auf Heindorff-Äußerung
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Geteiltes Echo auf Heindorff-Äußerung
15:48 09.09.2013
Von Oliver Gatz
Hat mit seinen umstrittenen Äußerungen Zuwanderungsdebatte angestoßen: Bernd Heindorff.
Celle Stadt

Entschuldigen wolle er sich für seine Äußerungen nicht, sagt Bernd Heindorff. Allerdings müsse er mit großem Bedauern feststellen, dass einige seiner Ausführungen zum Thema Zuwanderung bei der Diskussion der Ortsräte über den demografischen Wandel missverständlich aufgenommen worden seien. Damit reagiert der CDU-Politiker auf Kritik der Celler SPD, die ihm eine diskriminierende Haltung vorwarf und von Heindorff und der CDU eine Entschuldigung forderte.

„Keineswegs geht es mir darum, einzelne Volksgruppen auszugrenzen", betont Heindorff, der Mitglied des Ortsrates Groß Hehlen ist. Allerdings sei ihm wichtig, Probleme offen und klar zu benennen. „Eine Integration von Zuwanderern ist eben nicht damit erreicht, sie nur mit unserem Sozialsystem zu bedienen. Vielmehr müssen diese Menschen in unserer Gesellschaft sowie in der Arbeitswelt integriert werden – und sie müssen vor allem etwas leisten." Das betreffe jeden Zuwanderer.

Der Integrationsausschuss der Stadt missbilligte einstimmig die Äußerungen Heindorffs als fremdenfeindlich. „Er hat zahlreiche Celler Mitbürger kurdischer Herkunft diskriminiert und beleidigt", sagt Bernd Zobel (Grüne). „Wer auf unerträgliche Weise Herkunft und Bildungsstandard mit Kriminalität koppelt, konterkariert Integrationsarbeit vor Ort und sollte sein Ortsratsmandat abgeben."

Wie Heindorff sieht auch die Celler CDU nicht die Notwendigkeit einer Entschuldigung. Der Wandel der Gesellschaft mache vielen Bürgern Sorgen, sagt CDU-Stadtverbandsvorsitzender Alexander Wille. "Gerade dort, wo Integration nur langsam voran geht, oder nicht stattfindet und verweigert wird." Nötig seien Angebote für Zuwanderer, die ihnen die Integration erleichterten. „Ebenso klar ist für uns aber auch, dass die Verweigerung von Integration, die Missachtung unseres Werte- und Rechtssystems keine Zukunftschancen in unserer Gesellschaft bieten wird", so Wille, der der Meinung ist, dass der ganz überwiegende Teil der Menschen mit Migrationshintergrund einen wichtigen Beitrag zum Wohlstand und zur kulturellen Vielfalt Deutschlands leiste. "Um die Haltung der CDU muss sich die SPD also keine Sorgen machen."

"In der politischen Auseinandersetzung muss es auch erlaubt sein, Stellungnahmen zu formulieren, die nicht dem politischen Mainstream entsprechen", meint Joachim Falkenhagen (FDP), der bei der Integration alle in Deutschland lebenden Menschen in der Pflicht sieht. Diese Meinung vertritt auch Udo Hörstmann (Unabhängige). Auch Zuwanderer müssten sich einbringen und Mindestanforderungen erfüllen, wie etwa das Erlernen der deutschen Sprache.

„Missverständliche Äußerungen der Lokalpolitik sind das Letzte, was wir brauchen", meint Torsten Schoeps (WG). Allerdings sieht auch er die Notwendigkeit, dass sich Zuwanderer bei der Arbeit und im sozialen Umfeld integrieren und die deutsche Sprache beherrschen.