Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Gevers: „Schlappe für die Verwaltung“
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Gevers: „Schlappe für die Verwaltung“
18:37 03.11.2010
Von Oliver Gatz
Celle Stadt

In seinem Bemühen, die Celler Bahnhofsunterführung mit Lichtkunst aufzuwerten, ist Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) erneut von der Politik ausgebremst worden. In der Sitzung des Verwaltungsausschusses (VA) am Dienstag wollte Mende einen positiven Beschluss herbeiführen. Doch dazu kam es nicht. Die CDU sperrte sich und entdeckte in Mendes Vorstoß einen formalen Fehler. Gemäß der Niedersächsischen Gemeindeordnung (NGO) könne ein bereits gefasster Beschluss des VA erst nach Ablauf eines Jahres wieder auf die Tagesordnung gesetzt werden, hieß es.

Als „Schuss in Ofen“ und „Schlappe für die Verwaltung“ bezeichnete CDU-Fraktionschef Heiko Gevers Mendes Initiative im VA. Grundsätzlich habe die CDU nichts gegen optische Verbesserungen am Bahnhof – wenn sie bezahlbar seien. Angesichts der prekären Haushaltslage der Stadt will die CDU die für Lichtkunst eingeplanten 80000 Euro aber lieber sparen. Man sei nicht verpflichtet, das Geld auszugeben, so Gevers. Abgesehen davon hält er eine optische Aufwertung der Unterführung für wenig sinnvoll, da Reisende mit Ziel Innenstadt den Tunnel sowieso nicht durchquerten und in Richtung Westen auf anderem Wege die Bahnhofshalle verließen.

Als Konsequenz aus der Niederlage im VA bringt der Oberbürgermeister nun kurzerhand das Thema Einbau einer Licht- und Klanginstallation in der Unterführung in die heutige Ratssitzung ein. Diesen Wechsel des Entscheidungsgremiums lässt die NGO zu. Der Rat fasst inhaltlich dazu zunächst keinen Beschluss, muss aber darüber entscheiden, wie bei dem Thema weiter vorgegangen wird. Sollte der Rat sich damit weiter befassen, ist Mende zuversichtlich, dass das Kommunalparlament bei der Sitzung im Dezember in seinem Sinne entscheiden wird.

Im Gegensatz zur CDU macht sich die FDP für Mendes Vorhaben stark. Nachdem der VA das Vorhaben im August gestoppt hatte, loteten auf Initiative der Liberalen die Fraktionschefs mit dem künstlerischen Leiter des Projektes, Robert Simon, Möglichkeiten aus, um die Aufwertung der Unterführung nicht gänzlich zu begraben. „Wir befürworten das nach wie vor“, sagte FDP-Fraktionschef Joachim Falkenhagen. Das Geld sei dafür bereits eingeplant. Außerdem habe man sich von dem geplanten Mast mit 100 roten Leuchten am Bahnhof mittlerweile verabschiedet, so dass hier keine Kosten entstünden.

Auch Grüne und SPD begrüßen das Projekt. „Wir befürworten diese Investition“, sagte SPD-Fraktionschef Jens Rejmann. Die künstlerische Gestaltung der Unterführung sei ein wichtiges Signal an die Bahn und potenzielle Sponsoren, in einem zweiten Schritt auch die Bahnhofshalle optisch aufzuwerten. Außerdem sei das Geld dafür im Haushalt vorhanden. „Ich sehe eine Chance, das Vorhaben umzusetzen“, sagte Rejmann mit Blick auf das Stimmungsbild im Rat. „Es gibt keine Koalition von CDU und FDP mehr.“