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Celle Stadt Gift-Alarm am Gartenzaun: Nachbarschaftsterror in Altencelle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Gift-Alarm am Gartenzaun: Nachbarschaftsterror in Altencelle
18:16 06.07.2017
Von Christian Link
Celle Stadt

Die Rentnerin ist sich sicher: "Das ist kein Dummejungenstreich. Ich habe Angst davor, dass uns jemand hier vertreiben will."

Zuletzt wurde Thuja-Hecke des Ehepaars zerstört. Die immergrünen Lebensbäume, die vor zwei Jahre gepflanzt wurden, sind in den letzten Monaten allmählich verdorrt. Die Verfärbung habe auf der Garagenseite begonnen und sich dann auf die Gartenseite ausgebreitet, was Kaeding als Beweis für eine Spritzattacke wertet. "Trotz aller Rettungsversuche, wie tägliches Abspritzen der betroffenen Hecke, wurde die Anpflanzung inzwischen völlig zerstört", berichtet die Altencellerin. Zuvor habe der Terrornachbar bereits eine Fichtenhecke zerhackt sowie ein Beet mit rund 50 Pflanzen des „Japanischen Spindelstrauchs kaputtgespritzt. "Die Neuanpflanzungen wurden immer wieder zerstört und mussten schließlich gegen ein Kiesbett ersetzt werden", so die Rentnerin.

Der Unbekannte habe bereits Sachschaden im Wert von mehreren Tausend Euro angerichtet. Um den Garten vor weiteren Angriffen zu schützen, wollen die Kaedings nun einen Zaun aufstellen. Kostenpunkt: rund 2000 Euro. Die Erfahrungen ihrer früheren Nachbarn hätten allerdings gezeigt, dass ein solcher Zaun nur unzureichenden Schutz bietet. "Da wurde einfach über den Zaun hinweggespritzt", berichtet Kaeding.

"Mir tut die Polizei leid, die kommt hierher und kann nichts machen", sagt Kaeding. Mehrfach hat sie Strafanzeige gegen unbekannt gestellt. Bisher gibt es aber keine Spur zu dem unbekannten Täter. Das Ehepaar hat allerdings einen Verdacht. "Vermutlich ist es jemand aus dem näheren Umfeld", sagt Kaeding. Die Beweisführung sei jedoch schwierig, weil der Garten von einem Garagenhof erreichbar ist, auf dem nicht gefilmt werden darf. Sie könne sie auch nicht ständig ans Fenster stellen und beobachten. Schließlich würden die Anschläge ganz unregelmäßig erfolgen.

Seit 2010 wohnen die Kaedings in Altencelle, den Leidensweg ihrer ehemaligen Nachbarn verfolgten sie drei Jahre lang mit. Beim Ehepaar Palm, das nebenan wohnte, wurden immer wieder Schlösser und Türen verklebt. Außerdem habe der Unbekannte anonyme und diskreditierende Briefe an den Arbeitgeber geschickt. Wegen des ständigen Terrors sind die Palms schließlich in eine andere Stadt gezogen. "Wir haben das alles hautnah miterlebt, das war schrecklich", sagt Edith Kaeding. Sie hofft darauf, dass die Sachbeschädigungen endlich ein Ende finden. Denn eines steht für das Ehepaar fest, das seinen Lebensabend in Altencelle verbringen will: "Wir lassen uns hier nicht auch noch vertreiben."