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Celle Stadt Gitarristen begeistern in CD-Kaserne in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Gitarristen begeistern in CD-Kaserne in Celle
12:05 31.10.2017
Von Jürgen Poestges
Solo, Duo, Quartett: Calum Graham (links, oben), Michael Chapdelaine (links, unten), Marek Pasieczny und Lulo Reinhardt (rechts) begeisterten in der CD-Kaserne auf ganzer Ebene. Die Halle war restlos ausverkauft. Quelle: Oliver Knoblich
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Den Auftakt bildeten Solo-Auftritte der vier Musiker. Reinhardt, Großneffe des Sinti-Gitarristen Django Reinhardt, begann mit zwei Titeln einer Filmmusik. „Desert Inspiration“ heißt sein Streifen über das Leben der Nomaden in der tunesischen Wüste. Der Amerikaner Chapdelaine, ehemals Professor für klassische Gitarre, bevor er „auf die dunkle Seite der Macht“, sprich zur Rockmusik wechselte, überzeugte dabei mit einem Beatles-Medley aus „She's leaving home“ und „Come together“. Als wahrlich „verrückter Professor“, der seiner Gitarre die erstaunlichsten Klänge entlockte und sie auch häufig als Trommel missbrauchte, erwies sich der Pole Pasieczny, der jetzt in Großbritannien lebt. Er spielte „Tribute to Pat Metheny“, von dem der so gewürdigte Jazz-Gitarrist selbst gesagt hatte, das Stück sei ihm zu kompliziert zu Spielen. Der 26-jährige Kanadier Graham schließlich erwies sich als der Melodiöse unter den Vieren. Schon nach diesen Solo-Nummern hatten sie das Publikum komplett auf ihrer Seite.

Im zweiten Teil des Abends waren die Gitarristen in wechselnden Duos zu hören. Interessant war dabei, zu erleben, wie die Kompositionen des einen vom anderen interpretiert wurden. So spielten Pasieczny und Graham gemeinsam fünf kurze vom polnischen Musiker komponierte Stücke, die auf Volksweisen zurückgehen. Und der polnische Virtuose berichtete von dem Kampf, den er mit Reinhardt ausfechten musste, bevor er ihn zu ihrem Duett überredet hatte. „Girl from Ipanema“ ist es dann am Ende geworden – und es machte beiden sichtlich Spaß.

Zum Abschluss zeigten die Musiker als Quartett, wie gut sie sich musikalisch ergänzen. „Money“ von Pink Floyd und „Fragile“ von Sting hatten sie sich für die Zugabe aufgehoben. Und nach einem Selfie der Vier von der Bühne herunter mit den „tobenden Massen“ im Hintergrund und einem letzten Winken entschwanden die Künstler nach einem unglaublich faszinierenden Abend von der Bühne.