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Celle Stadt Glätte: CeBus stellt Busverkehr ein
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Glätte: CeBus stellt Busverkehr ein
19:44 02.02.2010
Statt auf der Straße zu fahren, standen die Busse der CeBus gestern tagsüber auf dem Betriebshof an der Nienburger Straße. Das Unternehmen hatte am frühen Morgen entschieden, aus Sicherheitsgründen den Dienst auf sämtlichen Linien einzustellen. Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

Ratlose Gesichter gestern Morgen am Celler Schlossplatz: Wer dort auf einen Bus wartete, stand sich lange Zeit die Beine in den Bauch. Aus Sicherheitsgründen hatte die CeBus gestern beschlossen, den Busverkehr komplett einzustellen. Die aktuelle Wetterlage sowie die Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes hätten das Unternehmen zu diesem Entschluss bewogen, teilte Geschäftsführer Stefan Koschick in einem Schreiben mit. „Es liegt an dem Schneefall und der Glätte auf den Straßen“, erläuterte er die Entscheidung. Gestern wären die Straßenverhältnisse wegen des eingeschränkten Streudienstes so extrem gewesen, dass die Sicherheit nicht gewährleistet werden konnte.

Nach Angaben von Ulf Keller, Pressesprecher des Landkreises Celle, muss die Einstellung des Busverkehrs nicht behördlich angeordnet werden. Das Unternehmen entscheidet demnach eigenverantwortlich, ob es den Betrieb aufrecht erhält. Fällt der Busverkehr wie gestern aus, muss sich der Fahrgast selber individuelle Lösungen wie ein Taxi suchen, erklärte die CeBus. Die Wartezeit könne dabei aber bis zu zwei Stunden betragen, berichtete eine Cellerin gegenüber der CZ.

Viele Glatteis-Unfälle: Auch die Autofahrer hatten gestern mit den widrigen Straßenbedingungen zu kämpfen: Bis zum Nachmittag zählte die Polizei 19 Glatteis-Unfälle, 13 davon in der Stadt und sechs im Landkreis. „Wir haben viele Blechschäden, Verletzte gab es bislang aber keine“, so Christian Riebandt, Pressesprecher der Polizei. Da das Eis unter dem Schnee nicht zu sehen sei, mahnte Riebandt dazu, einen genügenden Sicherheitsabstand zum Vordermann zu halten.

Winterdienst im Dauereinsatz: Die anhaltenden Schneefälle haben die Winterdienste im Landkreis Celle gestern ebenfalls zu Dauereinsätzen gezwungen. „Bis 21 Uhr waren alle 13 Wagen der Straßenmeisterei damit beschäftigt, den Schnee von den Bundes- und Landesstraßen zu räumen“, erklärte Leiter Matthias Reinecke. Seit halb drei am heutigen Morgen sind seine Mitarbeiter bereits wieder im Einsatz, um mit dem restlichen Salz zumindest die Bundesstraßen bis zum Berufsverkehr eisfrei zu streuen. Die Stadt Celle verfügt laut Pressesprecherin Myriam Meißner nur noch über eine Notreserve an Salz, da vor allen Dingen die Autobahnmeistereien Priorität besitzen und vorrangig beliefert werden. In erster Linie hat sich der städtische Winterdienst daher gestern auf das Räumen der Hauptverkehrsstraßen, Buslinien und Schulwege konzentriert.

Die Straßenmeisterei des Landkreises war ebenfalls den ganzen Tag im Einsatz, um den Schnee von den Kreisstraßen zu räumen und mit Salz den Eispanzer anzutauen. Nach Angaben von Holger Gralher verfügt der Landkreis dazu noch über 150 Tonnen des Streuguts.

Hochbetrieb im AKH: In der Unfallchirurgie des Allgemeinen Krankenhauses Celle haben Schnee und Eis gestern ebenfalls wieder für Hochkonjunktur gesorgt. „Bis zum Abend hatten wir 13 Brüche, die wir operieren mussten“, erläutert Prof. Hans-Jörg Oestern, Chefarzt der Unfallchirurgie. Besonders in den Morgenstunden seien viele Patienten eingeliefert worden. Trotz der hohen Zahl von Oberarm- oder Schenkelhalsbrüchen ist Oestern aber davon überzeugt, dass die Menschen mittlerweile vorsichtiger geworden sind und sich auf die widrigen Bedingungen eingestellt haben.

Weitere Aussichten: Für die nächsten Tage ist weiter keine Entspannung der Lage in Sicht. Nach Angaben von CZ-Wetterexperte Reinhard Zakrzewski lassen die Schneefälle zwar nach, die Temperaturen pendeln jedoch bis Freitag um die null Grad. Der ständige Wechsel zwischen Frieren und Tauen führe dazu, dass die Straßen am Morgen extrem glatt sein können. Zumindest eine gute Nachricht hat Zakrzewski aber parat: „Mit weiteren Niederschlag ist in dieser Woche jedoch kaum mehr zu rechnen“, so der Wetterexperte.

Durchgehendes Tauwetter sei erst ab dem nächsten Montag möglich. Die genaue Entwicklung ist jetzt aber noch nicht vorhersagbar.

Von Christian Uthoff