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Celle Stadt Glamouröse Premiere der Celler Hengstparade
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Glamouröse Premiere der Celler Hengstparade
21:57 22.09.2013
Prächtiger Körperbau, kraftvoller Absprung: Springreiten gehörte zu den Schaubildern, - dass die Auszubildenden des Landgestüts mit ihren Hengsten präsentierten.  Quelle: Alex Sorokin
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Dieser Gesang, harmonisch und wohlig zugleich, dazu der Anmut des stolzen weißen Lusitano-Hengstes Urquilho bei der Dressur: eine majestätische Sinfonie, die direkt in die Herzen der Hengstparaden-Besucher getroffen hat. Reiterin Patrizia Kaiser-Knoll verzauberte mit Sopranistin Christa Schneider und ihrem barocken Pferde-Ballett die Massen und sorgte für einen glamourösen Paradenauftakt am Wochenende.

Ross und Reiter boten eine Show, so vielseitig und „rund“, dass das Programm der rund vierstündigen Parade mit Recht seit Jahren kaum verändert wird. Heimlicher Favorit neben den kleinen Ponys und der eindrucksvollen Dressurquadrille mit 24 Pferden war die Freiheitsdressur: Mit flotten Sprüchen auf den Lippen avancierte Gestütoberwärter Heinz Müller zum Publikumsliebling. Besonders seine kleinen Scharmützel mit Kaya Laß, Radiomoderatorin und Co-Moderatorin von Landstallmeister Axel Brockmann, amüsierten die Zuschauer. Dem Lachen wich aber schnell Erstaunen, als Hengst Robespierre nicht nur auf Kommando Galopp lief und die Richtung wechselte, sondern sich auch hinlegte. Als danach noch ein Dackel auf dessen Bauch Männchen machte, stach viele Zuschauern sprichwörtlich der Hafer.

Auch wenn zu 99 Prozent alles wie am Schnürchen läuft – besonders gut kommt beim Publikum immer an, wenn bei einem der 92 involvierten Hengste die Pferde durchgehen. Als mehrere Braune der Zweifachen Fahrschule Bocksprünge wie ein übermütiges Fohlen vollführten und von den Leinen losgelöst Ehrenrunden auf der Bahn drehten, hatten die Pferde die Lacher auf ihrer Seite. Auch Brockmann: „Es ist doch natürlich, dass die Pferde so reagieren. Bei dem Wetter heute denken sie, es sei Frühling“, so der Landstallmeister. Passend dazu erklang über die Lautsprecher das Lied „We can work it out“ von den Beatles, zu Deutsch frei übersetzt: „Wir kriegen das schon wieder hin“.

Vertrauen in seine Hengste sollte man besonders beim krönenden Abschluss einer jeden Hengstparade haben – Ben Hur lässt grüßen. Erst hört man nur ein dumpfes Grummeln. Dann wird das Geräusch donnernder Hufe immer lauter. So laut, dass der Boden unter den Füßen des Publikums im weiten Karree zu beben beginnt: Die Römerwagen sind los. Bei vier galoppierenden Hengsten nebeneinander, und sagenhaften Geschwindigkeiten versteht auch der Letzte, warum es den Begriff “Pferdestärken” gibt.

„Es war eine Parade mit Höhepunkten und einem begeisterungsfähigen Publikum“, zog Brockmann ein zufriedenes Fazit. Dass vereinzelte Plätze auf den Rängen allerdings frei geblieben sind, fand er jedoch „schade“.

Wer den glamourösen Zauber der starken Rösser selbst erleben will: Für die Hengstparaden am Sonntag, 29. September und Sonnabend, 5. Oktober sind noch Karten erhältlich. Tickets für die Veranstaltungen jeweils ab 13 Uhr kosten je nach Kategorie zwischen 14 und 39 Euro und können unter ☏ (05141) 929415 oder im Internet unter www.landgestuetcelle.de vorbestellt werden.

Von Andre Batistic