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Celle Stadt Glücksjahr für das Hospiz-Haus
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Glücksjahr für das Hospiz-Haus
15:12 30.12.2013
Das Celler Hospiz-Haus fühlt sich der Tradition der mittelalterlichen Hospize verbunden. Es möchte Herberge für Menschen sein, die sich auf dem letzten Abschnitt ihrer Lebensreise befinden. Quelle: Uli Deck
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30.000 Euro hat eine Seniorin aus dem Raum Celle als Basiskapital für eine Stiftung, explizit zur Unterstützung des Hospiz-Hauses Celle, zur Verfügung gestellt. Die großzügige alte Dame möchte unbekannt bleiben. Ihre Beweggründe dafür darf Marlies Wegner, der Leiterin des Hospiz-Hauses, allerdings weitergeben, ihre Idee und Motivation soll andere anstecken.

Wegner berichtet: „Im Frühjahr hat mich ein Anruf erreicht. Eine uns unbekannte Frau erzählte mir, sie habe unverhofft eine große Summe Geld geerbt. Da sie finanziell abgesichert sei und die Summe nicht für sich benötige, wolle sie etwas Gutes damit tun, das bleibend, wachsend und nachhaltig wäre. Sie habe vom Hospiz-Haus in Celle gehört, sich darüber erkundigt und es sich auch schon bei einem Tag der offenen Tür angesehen. Ich habe die Dame eingeladen, sich bei einem weiteren Besuch und Rundgang genauer zu informieren und umzuschauen – konnte das Ganze erst gar nicht glauben.“

Dem ersten Kontakt folgten – auch persönliche – weitere. Man hat sich schnell auf die Gründung einer Stiftung geeinigt und erste Schritte in die Wege geleitet. Der „Papierkram“ und das notwendige Prozedere haben einige Monate gedauert, aber schließlich hatte das Hospiz-Haus Celle in der Glockenheide 79 eine eigene Stiftung mit Brief und Siegel.

„Wir haben eine Stiftung geschenkt bekommen. Das ist wirklich wundervoll“, freut sich die Leiterin der Einrichtung. „Die Spende ist im Übrigen ganz als Anerkennung von Dienst und Einrichtung, nicht aus unmittelbarer Betroffenheit heraus, erfolgt. Die Dame ist noch sehr rüstig und hat auch keinen nahen Angehörigen in unserem oder einem anderen Hospiz verloren. Die anonyme Wohltäterin war allerding selbst lange Zeit in einem Pflegeberuf beschäftigt und kennt sich auch mit ehrenamtlicher Arbeit gut aus.“

Rund 30 Prozent des finanziellen Eigenbedarfs des Hospiz-Hauses muss die Einrichtung aus Spendenmittel abdecken können. Nur dann übernehmen die Krankenkassen die Kosten für einen notwendigen Hospizaufenthalt. Einen finanzierenden Träger verbieten die Statuten des Hospizgedankens – auch um Neutralität zu sichern – ein Hospiz soll allen sterbenden Menschen offen stehen. Mit der Stiftung haben Unterstützungswillige der Einrichtung nun die Wahlmöglichkeit: Eine finanzielle Spende fließt direkt in die Arbeit des Hauses, eine Zuwendung in die Stiftung erhöht das Kapital, genutzt werden kann allerdings nur der Profit etwa aus Zinsen oder Anlagegewinn. Der Stiftung können außerdem auch Sachwerte zugeführt werden wie etwa ein Haus. Der nutzbare Gewinn wäre dann etwa die Mieteinnahmen. „Jetzt hoffen wir natürlich, dass unsere Stiftung auch wächst“, sagt Marlies Wegner.

Zustiftungen kpönnen auf folgendes Konto gemacht werden: Stiftung Hospiz-Haus Celle, Volksbank Celle, BLZ 251 9000 1, Kontonummer 669 729 100. Doris Hennies

Von Doris Hennies