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Celle Stadt Goldige Kiemen und ein zufriedener König
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Goldige Kiemen und ein zufriedener König
18:03 15.07.2018
Nur für einen kurzen Moment auf dem Trockenen: Hermann und Hans-Friedrich Nölke (Mitte) präsentieren dem amtierenden König Michael Wittke den goldenen Star des Nachmittags. Quelle: David Borghoff
Celle Stadt

„Gott sei Dank, der König kann Fisch essen“, heißt es am Samstagnachmittag aus den Reihen des Publikums beim Klassiker des Celler Schützenfestes, dem Kolkausfischen. Und daher ist es mit Blick auf das traditionelle Fischessen am Abend in der Congress Union für das glitschige Tier vorbei mit frei im kühlen Nass. Passend zum Anlass trägt der anderthalb bis zwei Kilo schwere Flussbewohner Gold in seinem Namen und mit der Art, wie die Goldbrasse in die Menge schaut, sein Maul öffnet und schließt und mit der Schwanzflosse wedelt, bestens zur ohnehin sehr guten Stimmung am Allerstrand bei.

Die Bootsbesatzung arbeitet mit einem Kiemennetz, in dem sich laut Hans-Friedrich Nölke zwischenzeitlich sogar drei Fische befanden. „Zwei sind wieder weggelaufen“, wird kommentiert. „Sie haben sich nicht richtig verhakt“, erläutert Nölke, bevor sein Bruder Hermann auf den Hintergrund der Veranstaltung zu sprechen kommt: „Wir fischen heute im Auftrag der Altstädter Gilde“. Diese hat den Brauch vor Jahrhunderten begründet und begeht ihn jedes Jahr aufs Neue mit Platzkonzert, Snacks, Schuheputzen zugunsten des Schützennachwuchses und kurzweiligem Beisammensein.

„Das ist Tradition“, sagt denn auch Klaus-Ekkehard Schmidt, der noch in Zivil ist, aber am Abend für den Fackelumzug und die Congress Union die Uniform anlegt. „Wir sind seit 60 Jahren im Verein in Wietzenbruch und kommen regelmäßig. Es ist doch das Zusammengehörigkeitsgefühl, das Schützenfest ausmacht, und hier entstehen immer nette Gespräche“, ergänzt seine Frau Maggie. „Man hat ja alles schon erlebt, auch dass gar nichts ins Netz ging.“ So war es im vergangenen Jahr.

Umso stolzer sind die Fischer auf ihr Prachtexemplar in diesem Sommer, das am Abend, wenn Klaus-Ekkehard Schmidt an der Tafel in der Congress Union sitzt, nicht auf dem Teller liegt, sondern schwimmt in den grauen Fluten der Aller. Der Symbolik ist dann längst Genüge getan.

Von Anke Schlicht

Marschieren macht hungrig und durstig. Deshalb ist es seit Jahrzehnten Tradition, dass die Altstädter Schützengilde nach ihrem Umzug durch den Bezirk gemeinsam mit den obersten Repräsentanten aus Stadt und Landkreis Celle von der Verlegerfamilie Pfingsten empfangen wird. Neben deftiger Bratwurst und kühlen Getränken gab es auf dem CZ-Parkplatz gestern flotte Rhythmen vom Spielmannszug Groß Hehlen-Westercelle und Musikzug Groß Hehlen. Bevor sich die Schützen wieder auf den Weg machten, bedankte sich Gildenvorsteher Rainer Legall bei Verlegerin Friederike Pfingsten für den freundlichen Empfang.

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