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Celle Stadt Gratis-Kita: Stadt Celle tappt im Dunkeln
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Gratis-Kita: Stadt Celle tappt im Dunkeln
15:51 11.06.2018
Von Michael Ende
Celle Stadt

Land und Kommunalverbände hatten kürzlich durch eine Einigung den Weg zum gebührenfreien Kindergarten ab 1. August 2018 frei gemacht. Demnach übernimmt das Land bis 2022 nicht nur bis zu 58 Prozent der Kita-Personalkosten, sondern bietet den Gemeinden weitere Hilfen an – etwa einen 48 Millionen Euro umfassenden Härtefallfonds für Kommunen, die durch den Gebührenwegfall mehr als fünf Prozent ihrer Einnahmen verlieren. Außerdem werden 20 Millionen Euro für die Kindertagespflege eingestellt: Die soll beitragsfrei sein, wenn das Angebot den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz absichert. Das Land will zudem 61 Millionen Euro für Qualitätsverbesserungen und Investitionen in Kindertageseinrichtungen bereitstellen.

Ist damit alles geregelt? Im Celler Rathaus schüttelt man mit dem Kopf. "Problemlos umsetzen lässt sich die beitragsfreie Kita“ für uns leider nicht – jedenfalls nicht ad hoc", sagt die städtische Pressesprecherin Myriam Meißner. Die Gesetzesvorlage werde erst in der Sitzungswoche ab dem 18. Juni im Landtag behandelt und beschlossen: "Rechtskräftig ist sie dann im Juli. Wir müssen entsprechend die Entgeltordnung sowie die Vertragsänderungen anpassen." Dazu ist sei ein Ratsbeschluss nötig, sodass die Stadt die neue Regelung nicht gleich zu Beginn des Kita-Jahres 2018/19 umsetzen könne.

Als Kommune befinde sich die Stadt Celle nach wie vor in der "Notsituation", dass sie sich trotz Personalmangels und fehlender Platzkapazitäten darauf einrichten müsse, dass aufgrund der Option einer beitragsfreien Kita das Interesse an Plätzen nunmehr ansteigen werde, so Meißner, die frühere Fehler anspricht: "Hier werden auch wieder die Nachlässigkeiten der Vergangenheit sichtbar, wo eine vorausschauende Planung den heutigen Mangel sicher besser kompensiert hätte."

Wie viele Kindergarten-Plätze nun neu hinzu kommen müssten, sei ebenfalls nicht geklärt, so Meißner: "Was die Platzkapazitäten anbetrifft, so planen wir im Rahmen der Kita-Offensive unseres Oberbürgermeisters Jörg Nigge 100 neue Plätze für 2018/19." Die Zahl der Plätze, die Stadt und freie Träger insgesamt bereithielten, steige so von 2315 auf 2415. "Darüber hinaus sind wir ständig auf der Suche nach weiteren Standorten und derzeit in Gesprächen, unter anderem mit freien Trägern", so Meißner. Vorgesehen ist laut Rahmenplanung auch ein Kindergarten-Neubau auf der Allerinsel.

Wer Ironie versteht, der konnte erkennen, dass hier kein allzu freudiger Anlass "gefeiert" wurde: Celler Lehrer hatten bei den heimischen CDU-Landtagsabgeordneten Thomas Adasch und Jörn Schepelmann angefragt, gemeinsam mit ihnen die in diesem Schuljahr aufgelaufenen Überstunden „abzufeiern“. Keine einzige davon kann bezahlt oder als Freizeit ausgeglichen werden, wie die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bestätigt. Die Politiker machten nicht mit, die Lehrer feierten allein.

Michael Ende 11.06.2018

Wer Spaß daran hat, in Städten, die er besucht, alle Postkarten-Motive noch einmal persönlich abzulichten, der kennt das: Gerade wenn man selbst vor Big Ben, Eiffelturm, Ayer‘s Rock und Co. steht und die Kamera zücken will, ist das Ding wegen Renovierungsarbeiten eingerüstet. Pech gehabt. In diesem Sinne empfängt derzeit auch die Stadt Celle Touristen. Sowohl das Schloss als auch das Alte Rathaus sind wegen Fassadenarbeiten mit Planen zugehängt. Ende Juni soll das Rathaus fertig sein; wer das enthüllte Schloss erleben möchte, muss bis zum Herbst warten. Bis dahin sollte man versuchen, das Ganze positiv zu sehen: Schloss und Rathaus à la Christo– das hat auch nicht jeder.

Michael Ende 11.06.2018

Der Maler Dirk Wink-Hartmann ist Autodidakt. Geboren 1969 in Wittingen, arbeitete er zunächst als Konzertveranstalter und organisierte unter anderem Konzerte von Elton John, Udo Lindenberg, Ozzy Osbourne oder den Toten Hosen. Dann kam 2013 der Wendepunkt. Wink-Hartmann wurde zum freiberuflichen Maler. Seine Liebe zur Musik allerdings ist geblieben.

11.06.2018