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Celle Stadt Grippewelle rollt auf Celle zu
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Grippewelle rollt auf Celle zu
16:47 12.02.2015
Celle Stadt

In dieser Woche ist Celle noch die Insel der Glücksseeligen, wenn man auf die Zahl der Grippeerkrankungen schaut. Doch der Celler Amtsarzt Jens Hedicke ist sich sicher: „Die Grippewelle rollt an. Es ist noch keine Woge, aber statistisch signifikant.”

Niedersachsen verzeichnete in der vergangenen Woche landesweit einen starken Anstieg an Grippefällen im Bereich der Atemwegserkrankungen. Die umliegenden Landkreise und die Region Hannover registrieren dabei bereits höhere Zuwachsraten als der Landkreis Celle. „Das wird hier allerdings nicht so bleiben, denn wir sind eine Pendlerregion und die Erreger reisen so schnell wie die Menschen”, sagt Hedicke.

In der Statistik des Landesamtes ist auch gut zu sehen, dass dieses Jahr schlimmer wird als das vorangegangene, denn während der Anteil der Grippeerkrankten an den Patienten mit Atemwegsbeschwerden 2014 unter zehn Prozent dahin dümpelte, gibt es seit Ende Januar 2015 einen starken Anstieg auf aktuell 25 Prozent.

Es treten derzeit unterschiedliche Erreger auf. Am häufigsten wird derzeit das Influenza-A-Virus identifiziert. Ärger verursacht aber auch das sogenannte H1N1-Virus, das 2009 für eine Pandemie sorgte und viel mediale Aufmerksamkeit erhielt.

Der Amtsarzt mahnt, eine Grippeerkrankung nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. „In einem Jahr können bis zu 10.000 Menschen sterben, weil sie Grippe hatten. Meist kommt zu einer bereits vorhandenen Krankheit die Grippe dazu.” Besonders Menschen mit chronischen Krankheiten sollten sich daher impfen lassen. Außerdem empfiehlt es sich bei Menschen über 60 Jahre. Eine Impfung sei auch jetzt noch möglich sofern ein Mensch nicht bereits Symptome zeigt. „Das kann noch etwas bewirken. Idealerweise sollten sich die Menschen aber im Herbst vor der Grippesaison impfen lassen”, sagt Hedicke.

Außerdem sollten die Celler bestimmte Hygiene-Regeln einhalten, um ein Infektionsrisiko zu vermeiden. „Wenn es geht, sollte man auf das Händeschütteln verzichten und sich oft die Hände waschen”, rät Hedicke. Außerdem sollte beim Niesen nicht in die Hand, sondern in die Ellenbogenbeuge genießt werden. In Asien tragen die Menschen auch oft Mundschutz. So etwas habe sich in Deutschland aber nicht durchgesetzt.

Von Tore Harmening