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Celle Stadt Groß Hehlen: Umstrittene Trassenführung vom Tisch
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Groß Hehlen: Umstrittene Trassenführung vom Tisch
15:40 22.03.2012
Von Oliver Gatz
Rund 150 B¸rger kamen zur Informationsveranstaltung der Landesstraflenbaubehˆrden in der Alten Exerzierhalle. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

GROSS HEHLEN. Spontaner Applaus war am Mittwochabend in der Alten Exerzierhalle zu hören, als die Vertreter der Landesstraßenbaubehörde den rund 150 Bürgern aus Groß Hehlen Erfreuliches mitteilten: Die Behörde kam zu dem Schluss, dass bei der geplanten Ortsumgehung die umstrittene Linienführung, die sogenannte Achse 20, nicht weiter verfolgt werden soll.

Diese Trasse wäre bis auf etwa 150 Meter an die Wohnbebauung im Westen des Stadtteils herangerückt. Dagegen hatte sich die Bürgergemeinschaft Groß Hehlen zur Wehr gesetzt. Nach Abwägung aller Einflussfaktoren auf Natur und Mensch favorisiert die Straßenbaubehörde nun die sogenannte Achse 21, die in deutlich größerer Entfernung an den Wohngebieten entlangführt.

Bei der Groß Hehlener Protestinitiative ist man erleichtert: „Wir sind zufrieden", kommentierte Günter Marquardt, Sprecher der Bürgergemeinschaft, das Aus für die umstrittene Achse 20. „Für mich war das von Anfang an eine rechtswidrige Achse", sagte er. Insgesamt hatte die Straßenbaubehörde vier Linienführungen der Ortsumgehung prüfen lassen. Die ursprüngliche geplante Achse 907 wurde verworfen. Sie konnte aus artenschutzrechtlichen Gründen nicht mehr aufrecht erhalten werden, weil sie durch Kiesgruben mit Amphibien geführt hätte.

Im Vorfeld hatte es Diskussionen um eine mögliche Einflussnahme des niedersächsischen Wirtschaftsministers Jörg Bode (FDP) gegeben, der ein Haus am Buchholzberg in Groß Hehlen hat. Bode hatte deutlich gemacht, dass er sich nicht in die Planung der Umgehungsstraße eingemischt habe.

Wie Bernd-Wilhelm Winkelmann, Leiter der Projektgruppe Ortsumgehung bei der Landesstraßenbaubehörde, erläuterte, hat sich das Natur- und Artenschutzrecht im Laufe der Jahre wesentlich geändert. Das machte Überlegungen über eine neue Linienführung erforderlich. Vier alternative Varianten wurden geprüft. Dabei schnitt die umstrittene Achse 20 beim Schutzgut Mensch am schlechtesten ab. Dies führte letztlich bei der Abwägung aller Schutzgüter zu der Einschätzung, dass die Achse 21 am verträglichsten ist. Lärmschutzmaßnahmen sind dort nicht vorgesehen. Im Bedarfsfall werden Wildschutzzäune errichtet.

Derzeit befinde man sich noch im Vorentwurfsverfahren, führte Winkelmann aus. Die Bürger sollten aber so früh wie möglich informiert werden. „Wir wollen nicht im stillen Kämmerlein planen." Der Entwurf zur Trassenführung soll zum Jahreswechsel 2012/2013 stehen. Das sich anschließenden Planfeststellungsverfahren könnte Ende 2015 abgeschlossen sein, wenn alles glatt läuft. Sprich: Wenn es nicht noch zu Klagen gegen die Linienführung kommt.

An der Anschlussstelle zur Verlängerung des Wilhelm-Heinichen-Rings in Klein Hehlen ist kein Kreisverkehr vorgesehen. „Wir können damit die Verkehrsmenge, die dort anfällt, nicht abwickeln", reagierte Winkelmann auf den Vorschlag eines Bürgers. Darüber hinaus sollen die Wege Hollenkamp, Kirchweg und Boyer Teichweg zwischen Klein und Groß Hehlen über die Ortsumgehung geführt werden. Um den Flächenverlust für die Landwirte abzumildern, wird ein Flurbereinigungsverfahren angestrebt.