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Celle Stadt Großartiger Start in die neue Celler Jazz-Session-Saison
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Großartiger Start in die neue Celler Jazz-Session-Saison
17:14 27.09.2017
Session mit Dima Mondellos Jazz Syndicate und Special Guest Quelle: David Borghoff
Celle

All that‘s Jazz. Selten galt das für die Sessions der Neuen Jazzinitiative Celle so sehr wie für den Start in die neue Saison in Kunst & Bühne. Vom „old school“-Boogie-Woogie im klassischen Hammondorgel-Sound von Art Regis, über traditionelle Rhythm ‘n‘ Blues Varianten, flippigeren Swing, bis hin zu stimmgewaltigem Gospel, war da alles vertreten. Kein Wunder, dass Musiker und Publikum sich gegenseitig mit Begeisterung angesteckt und ungewöhnlich lange durchgehalten haben – so schnell wollte sich keiner voneinander trennen.

Zum einen lag das an den gleich drei, so unterschiedlichen aber gleichermaßen großartigen Überraschungsgästen, die Dima Mondello und seine „Syndicate“-Band mitgebracht hatten – zum anderen an den stark motivierten Mit-Musikern allen Alters, die sich von der Energie und Dynamik, die in der Luft lagen, anstecken und mitreißen ließen.

Mit Altmeister Art Regis eröffnete die Mondello Syndicate-Band den Abend im vollbesetzten Haus. Die Klänge, die er dem Keyboard entlockte, erinnerten sofort an den Sound der 70ger Jahre. An Fingerfertigkeit kann Regis es noch immer mit den Besten aufnehmen und auch seine Stimme passt wunderbar ins Gefüge. Der musikalische Schlagabtausch zwischen den alten Freunden Art und Dima (Saxophon) hatte Klasse und die Zuschauer verfolgten das Match der angestachelten und sich gegenseitig inspirierenden Profis mit Vergnügen.

Anschließend übernahmen die Jungen die Bühne, allen voran Moritz Aring (Saxophon), Joshua Claassen (Piano), und Eric Mrotzek (Drums) und brachten mit ihren Mitstreitern neuen Wind und andere Jazz-Arrangements in die Session. Längst haben die drei den Grad der Hobby- und Amateurmusiker überschritten und sind zu einer festen Größe in der Celler Jazz-Szene geworden – ihr jüngster Zuwachs: Torben Bahr an der Posaune schlug sich wacker. In immer wieder neuen Zusammenstellungen fanden sich Musiker jeden Alters – bis hin zur „Senioren Combo“ – zu neuen Multi-Jazz- Kombinationen zusammen. Frei nach dem NJIC-Motto und Konzept: Jeder darf sich einbringen und mitspielen.

Die Überraschungsgäste Sidney Ellis – die mit 44 erst ihre steile Karriere begann und auf der Bühne in Celle ihre enorme Bandbreite und so ausdrucksvolle Stimme bewies – und Janice Harrington, Granddame der Gospelmusik. Mit ihren 75 Jahren (und fünf Kindern, 19 Enkeln und acht Urenkeln ) ist sie noch immer ein temperamentvoller Vulkan der alles mitreißt – nicht zuletzt das Publikum im großen Finale dieser Session, bei der dann wirklich nicht mehr alle Musiker auf die kleine Bühne passten. Die Zuschauer tanzten, klatschten und bildeten den Chor – und dankten mit tosendem Applaus.

Von Doris Hennies