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Celle Stadt Großbrand in Celle: AKH mit Glück im Unglück
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Großbrand in Celle: AKH mit Glück im Unglück
18:58 18.05.2015
Schnell wusste die Celler Feuerwehr, was zu tun ist. An dem Gebäude hatten die Einsatzkräfte bereits eine Übung durchgeführt.  Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

Betten, Schreibtische, Stühle – Möbel, die das Allgemeine Krankenhaus (AKH) Celle an der „Alten Grenze“ gelagert hatte, sind komplett verbrannt. Auch das Gebäude gehört der AKH-Gruppe, erst 2008 hatte der Klinikverbund das Gebäude der ehemaligen Standortverwaltung in Celle gekauft. Wie hoch der Gesamtschaden genau ist, weiß AKH-Sprecherin Franziska Bauermeister noch nicht. In den kommenden Tagen soll das ein Gutachter ermitteln. Die Polizei hat kurz nach dem Brand die Schadenssumme auf 750.000 Euro geschätzt.

Glücklicherweise wurden in der Lagerhalle jedoch lediglich alte, gebrauchte Möbel gesammelt. „Im alltäglichen Ablauf haben wir deswegen keine Probleme“, sagt Bauermeister. Der Brand würde die Arbeit im Krankenhaus überhaupt nicht beeinflussen. Das liegt auch an der Arbeit der Feuerwehr. Durch ihren Einsatz wurde verhindert, dass das Feuer sich auf Nachbargebäude ausbreitet. „Wir sind dankbar für das schnelle und beherzte Eingreifen der Feuerwehrleute“, sagt die AKH-Sprecherin.

Ebenfalls auf dem Gelände befindet sich nämlich die Sterilisation, wo Material für das Celler Krankenhaus, aber auch das Klinikum Peine und teilweise auch für das Friederikenstift in Hannover sterilisiert werden. „Es wäre eine Katastrophe gewesen, wenn das nicht weiterlaufen könnte“, weiß Bauermeister.

Doch die Feuerwehr war gut auf einen dortigen Einsatz vorbereitet. „Einsatzleiter Jan Höner zu Guntenhausen hatte genau an dem Objekt schon einmal eine Übung durchgeführt“, sagt Feuerwehrsprecher Florian Persuhn. Vieles Erprobte wurde in der Nacht zu Sonntag angewendet. Dass beispielsweise Wasser aus der Fuhse für die Löscharbeiten genommen wird, war auch Teil der Übung. Deswegen seien solche Übungsdienste so wichtig, sagt Persuhn: „Bürger wundern sich manchmal, warum wir so viele Übungen machen. Jetzt wissen sie, warum. Das hat uns sehr geholfen.“

Trotzdem konnten die Einsatzkräfte nicht alles vorhersehen. Durch die starke Strahlungshitze sind auch eine Drehleiter und ein Tanklöschfahrzeug so beschädigt worden, dass sie nicht mehr einsatztauglich sind. „Teile sind einfach geschmolzen“, berichtet Persuhn. Wie hoch der Schaden ist, wissen die Verantwortlichen noch nicht. Die Fahrzeuge müssen zunächst in einer Werkstatt begutachtet werden. Ein weiterer Einsatzwagen wurde leicht beschädigt, wie jetzt bekannt wurde. Dieser ist aber noch im Dienst.

Die Polizei ermittelt weiterhin in alle Richtungen. Es wird aber weiterhin von Brandstiftung ausgegangen. Bei ersten Befragungen haben die Beamten erfahren, dass Jugendliche kurz vor der Alarmierung gegen 23.22 Uhr am Samstagabend auf dem Gelände gesehen wurden. Außerdem stand eine Tür des abgebrannten Gebäudes offen. Ob diese gewaltsam geöffnet wurde, weiß die Polizei noch nicht. Zeugen wollen auch eine Person mit einem Baseballschläger gesehen haben.

Von Johanna Müller