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Celle Stadt Großbrand in Celle: Polizei geht von Brandstiftung aus
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Großbrand in Celle: Polizei geht von Brandstiftung aus
11:15 18.05.2015
Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

Die Hauptwache der Freiwilligen Feuerwehr Celle wurde am Samstag um 23.22 Uhr zu einer unklaren Rauchentwicklung in die Straße „Alte Grenze“ im Stadtteil Neuenhäusen alarmiert, berichtet Feuerwehrsprecher Florian Persuhn. Noch während der Anfahrt der Eisatzkräfte konkretisierte sich die Einsatzmeldung. Es sollte sich um einen bestätigten Gebäudebrand handeln.

Bei Eintreffen der ersten Einsatzkräfte schlugen Flammen aus mehreren Fenstern der Gebäudefront. Dichter Qualm drang aus mehreren Fenstern im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss. Das Gebäude stand teilweise in Vollbrand.

Bei dem Einsatzobjekt handelte es sich um ein circa 20 mal 35 Meter großes, drei stöckiges Lagerhaus. Das Gebäude war in backsteinbauweise errichtet und wurde gegenwärtig als Möbel- und Bettenlager des AKH genutzt. Das Einsatzobjekt befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Celler Kreiswehrersatzamtes, welches zurzeit durch den Landkreis Celle und das Dienstleistungszentrum genutzt wird. Direkt an das Gelände schließen Wohnbebauung und das Niedersächsische Landgestüt Celle an.

Brandausbreitung und Brandbekämpfung

Die Feuerwehrleute haben sofort mit den nötigen Löscharbeiten gebonnen, die Persuhn als "massiv" bezeichnet. Denn der Einsatzleiter veranlasste mehrere Alarmstufenerhöhungen, so dass weitere Einsatzkräfte der Celler Feuerwehr nachalarmiert wurden. Jedoch breitete sich das Feuer in kürzester Zeit auf das gesamte Gebäude aus. Zur besseren Koordinierung des Einsatzes wurden zunächst zwei Einsatzabschnitte und im weiteren Verlauf des Einsatzes vier Einsatzabschnitte gebildet. Die Flammen schlugen bei Vollbrand des Gebäudes mehrere Meter aus den Fenstern und dem Dach des Gebäudes. Zu dieser Zeit befanden sich 14 C-Rohre, 2 B-Rohre und eine Wenderohr im Einsatz.

Während des Vollbrandes des Gebäudes entstand eine extreme Strahlungshitze. Diese drohte das Feuer auf mehrere benachbarte Gebäude übergreifen zu lassen. Besonders gefährdet waren ein Mehrfamilienwohnhaus auf einem angrenzenden Grundstück sowie eine Halle auf demselben Gelände. Die Gebäude wurden unter Einsatz mehrerer C-Rohre geschützt. Ein Übergreifen des Brandes konnte so verhindert werden. Jedoch wurde durch die Strahlungshitze u.a. ein LKW beschädigt. Auch zwei Fahrzeuge der Celler Feuerwehr sowie Ausrüstungsgegenstände wurde durch die massive Strahlungshitze in Mitleidenschaft gezogen. Ein Feuerwehrmann wurde durch die Hitze an der Händen verletzt. Am Sonntag kurierte er die leichten Verbrennungen zu Hause aus. Es geht ihm den Umständen entsprechend gut.

Im weiteren Einsatzverlauf wurde die Brandbekämpfung weiterhin ausschließlich im Außenangriff durchgeführt. Das heißt, die Feuerwehr hat das Gebäude nicht mehr betreten, gelöscht wurde aus einem Sicherheitsabstand. Dach und Geschossdecken des Gebäudes waren vollständig eingestürzt. Das Mauerwerk hatte Risse gebildet. Eine akute Einsturzgefahr des Restgebäudes war gegeben. Zur Brandbekämpfung setzte die Feuerwehr Löschschaum ein. Drei Drehleitern der Celler Hauptwache kamen hierbei zum Einsatz.

Die Wasserversorgung wurde über mehrere Hydranten, einen Löschwasserbrunnen sowie die Entnahme aus einem benachbarten Fluss sichergestellt. Hierzu wurden von den Wasserentnahmestellen Schlauchleitungen zur Einsatzstelle verlegt. Ebenfalls wurde ein Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen eingerichtet.

Auch der Arbeiter Samariterbund Celle und die Johanniter Unfallhilfe waren beim Brand. Die Helfer kümmerten sich um den Sanitätsdienst und die Verpflegung der Einsatzkräfte mit Kalt- und Warmgetränken sowie mit Suppe.

Im Einsatz befanden ingesamt sich 130 Einsatzkräfte mit 30 Fahrzeugen der Feuerwachen Hauptwache, Westercelle, Altencelle und Groß Hehlen sowie des Arbeiter Samariterbundes Celle, der Johanniter Unfallhilfe Celle, des Rettungsdienstes und der der Polizei Celle.

Zur Brandursache und Schadenhöhe kann die Feuerwehr keine Angaben machen.

Von Johanna Müller