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Celle Stadt Große Kunst: Pianist Frank Gutschmidt glänzt im Celler Beckmannsaal
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Große Kunst: Pianist Frank Gutschmidt glänzt im Celler Beckmannsaal
20:46 27.05.2018
Trägt den Bachschen Klangkosmos direkt in die Seele der Zuhörer: Frank Gutschmidt im Beckmannsaal. Quelle: David Borghoff
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Celle. Gutschmidt ist eine Erscheinung, die wenig Ausstrahlung hat. Erst wenn er anfängt zu spielen, vermittelt sich einem, dass dieser Mann eine künstlerische Persönlichkeit ist, die weiß was sie will und die zu gestalten weiß. Im ersten Moment irritiert die Art und Weise, wie Gutschmidt die den Variationen zugrunde liegende Aria spielt: auffallend langsam, sehr darauf bedacht jedes Detail der Musik zu Klang werden zu lassen. Der Anschlag ist weich, aber zugleich bestimmt. Vor allem aber hat er ein unglaubliches Gespür für die Melodik dieser Musik.

Insgesamt wirkt diese Aria für die heutigen Interpretationsgepflogenheiten bei Bach ungewohnt romantisch. Fast würde man sich etwas weniger Pedal wünschen. Aber bald merkt man, dass diese Spielweise in sich total schlüssig ist. Gutschmidt will diese Musik offensichtlich in ihrem natürlichen Fluss zum Klingen bringen, wozu es eines gewissen klanglichen Mindestvolumens und darum auch des klangverlängernden Pedals bedarf.

Gutschmidt stellt eine Balance her zwischen Klang, Bewegung und Transparenz, denn sehr wohl kann man in dieser Interpretation die komplizierten Stimmführungen hörend verfolgen, sie werden dem Hörer nur nicht auf dem akustischen Präsentierteller serviert. Und jede Variation wird einerseits in ihrem eigenen Charakter dargeboten, aber zugleich auch in ein großes Ganzes eingebunden. Da passen die Charaktere, Tempi und inneren Haltungen der Musik perfekt im Ablauf hintereinander.

Natürlich kommt es dann auch immer wieder mal zu ganz besonderen Klangergebnissen, die den stückkundigen Hörer vielleicht irritieren, aber sie überzeugen fast immer. So vergräbt er sich geradezu einmal in eine langsame Variation und steigert diese bis fast in einen Stillstand. Das Wichtigste aber: Gutschmidts Spiel trägt den Bachschen Klangkosmos direkt in die Seele der Zuhörer. Da dürfte keiner den Saal im gleichen Zustand verlassen haben. wie er ihn betreten hat.

Was die Celler da zu hören bekamen, das war ganz große Kunst. Dass Gutschmidt diese so überaus komplexe Musik komplett auswendig gespielt hat, das ist vielleicht heute nichts Besonderes. Dass ein Musiker aber bei diesem Werk gestalterisch dermaßen überlegen agiert, das ist etwas ganz Seltenes. Ein einsamer Höhepunkt im hiesigen Kulturleben. Es wäre an der Zeit, dass dieser Pianist bekannter wird und dann mehr Menschen an dieser großen Kunst teilhaben können.

Von Reinald Hanke

Etwas ratlos ließ es die Zuhörer zunächst zurück, das Orgelspiel von Henning Pertiet in der Celler Pauluskirche. Der Pianist allerdings scheint dieses Gefühl zu kennen und rät: „Versuchen Sie sich auf die Klänge und Geräusche, die die Orgel und ich machen werden, so vorbehaltlos wie es geht einzulassen“. Was die lediglich 13 Zuhörer am Freitagabend zu hören bekamen, war eine freie Improvisation mit Musik zwischen Jazz, Klassik, Blues und „Musik, die es noch nie gab“.

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