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Celle Stadt "Große Lösung": High-Tech-Uni an Bremer Weg
Celle Aus der Stadt Celle Stadt "Große Lösung": High-Tech-Uni an Bremer Weg
16:12 12.08.2010
Von Michael Ende
Uni-Betrieb in alter Feuerwehrschule Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

CELLE. Als die CZ am Dienstag Niedersachsens Ministerpräsidenten David McAllister (CDU) fragte, ob es Pläne für eine Nachnutzung der freiwerden Liegenschaft der vor dem Umzug nach Scheuen stehenden Landesfeuerwehrschule gebe, lächelte er und hob abwehrend die Hände: „Mein Wirtschaftsminister hat mir verboten, dazu etwas zu sagen.“ Verständlich, denn Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) kommt aus Celle und hat das Thema bereits seit längerem auf dem Zettel. McAllister verwies auf Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD). Der dürfe sagen, was er wolle. Und Mende sagt, was er will: einen waschechten Uni-Campus für Celle.

„Mit dem Freiwerden des Feuerwehr-Geländes am Bremer Weg hätten wir die Gelegenheit, hier unseren Celler Schwerpunkt Bohrtechnologie und Geothermie auszubauen“, so Mende. „Das Areal könnte ein Nukleus für universitäre Ausbildung in diesem Bereich werden – mit dem uns bereits zugesagten Master-Studiengang, einem weltweit einzigartigen Bohrsimulator und auch mit der Bohrmeisterschule. Das wäre die große Lösung, das wäre das Optimale für Celle.“

 In einem Brief an Bode hat Mende bereits signalisiert, dass Celle sich ähnlich wie bei der Verlegung der Feuerwehrschule nach Scheuen auch beim Projekt Hochschulstandort finanziell mit einbringen wolle – denn zum Beispiel für den „Drilling-Simulator“ fehle „noch ein wenig Geld“, so Mende in einem schreiben an Bode: „Konkret geht es derzeit um 500000 Euro. Die Stadt selbst, so habe ich es mit der zuständigen Kämmerin abgestimmt, wäre bereit, weitere 100000 Euro kreditfinanziert aufzunehmen, und ebenso gibt es Signale aus dem Verein GeoEnergy Celle e.V.. Eine Unterstützung durch das Wirtschaftsministerium wäre sicherlich auch im Interesse der hier ansässigen Firmen eindeutig ein Signal für einen gemeinsamen Willen von Land und Stadt zur Entwicklung Celles als Geothermie-Standort Nr.1 der Bundesrepublik Deutschland.“

McAllister hatte erwähnt, die Landesregierung „arbeite an dem Thema“. Kein schlechtes Zeichen. Und noch jemand arbeitet seit Jahren daran: Celles CDU-Ratsfraktionchef Heiko Gevers in seiner Eigenschaft als Abteilungsleiter im Wissenschaftsministerium in Hannover. Derzeit erarbeite man die Inhalte des von der Niedersächsischen Technischen Hochschule NTH für Celle vorgesehenen Weiterbildungsstudiengang Geo-Engineering, so Gevers: „Ob der Studiengang genau so heißen wird, steht noch nicht fest. Die Firma Baker Hughes bezahlt ihn für die ersten sieben Jahre, und dafür müssen wir eine Liegenschaft haben. Es wäre gut, wenn das die Feuerwehrschule sein könnte.“ Allerdings wolle man mit dem Studiengang bereits im Wintersemester 2011/2012 starten: „Ob dann schon Platz am Bremer Weg sein wird, muss man klären.“

Klärungsbedarf gebe es auch noch beim Bohr-Simulator, so Gevers: „Wir wollen den weltweit besten haben. 7,5 Millionen Euro stehen dafür bereits zur Verfügung. Baker Hughes möchte ihn am liebsten bei sich haben, aber da er aus Steuergeldern finanziert wird, wäre ein Standort in einer Bohrakademie aus unserer Sicht angebrachter.“ Auch über die Verlegung der von Firmen getragenen Bohrmeisterschule an den Bremer Weg gebe es noch Beratungsbedarf, so Gevers: „Diese Fülle einzelner Teilchen zusammenzubringen ist nicht ganz einfach.“ Aber Gevers gibt sich zuversichtlich und benutzt die Worte des Ministerpräsidenten: „Wir arbeiten dran.“