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Celle Stadt Große Telefonaktion zum Thema Darmkrebs
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Große Telefonaktion zum Thema Darmkrebs
13:36 14.03.2012
Von Christoph Zimmer
Dorothea Brockmann, Onkologische Fachkrankenschwester des AKH. Quelle: Peter M¸ller
Celle Stadt

Ist eine Darmspiegelung gefährlich, wenn ich einen Herzschrittmacher habe? Wie erkenne ich die ersten Symptome und wie gehe ich damit um? Wann sollte ich eine Darmspiegelung vornehmen lassen? Wo bekomme ich einen Nachsorgepass? Antworten auf diese und andere Fragen gaben am Dienstag die Mediziner Professor Dr. Stephan Hollerbach und Dr. Klaus Plein sowie die onkologische Fachkrankenschwester Dorothea Brockmann und die Endoskopieschwester Birgit Alms-Stephan bei der Telefonaktion der Celleschen Zeitung. Die Experten klärten die Leser ausführlich über Darmkrebs und verwandte Themen auf.

Der Darmkrebs ist eine der häufigsten Krebsarten, an denen der Mensch erkrankt, vor allem im Alter. Das einzige Problem: Es gibt keine klassischen Symptome. "Der Patient spürt nicht, wenn der Krebs heranwächst. Es gibt weder Bauchschmerzen noch andere Warnsymptome", sagt Dr. Plein, Gastroenterologe aus Celle. "Wenn man den Krebs bemerkt, ist es häufig zu spät." Dabei ist der Darmkrebs vermeidbar, wenn die ersten Schleimhautveränderungen frühzeitig erkannt werden. Erste Hinweise kann ein Test auf Blut im Stuhl geben, den Allgemeinmediziner in der Regel durchführen. Ab dem 50. Lebensjahr zahlen die gesetzlichen Krankenkassen alle zwei Jahre einen solchen Test.

Ab dem 55. Lebensjahr wird eine Darmspiegelung, eine Koloskopie, die der Vorsorge dient, von den gesetzlichen Krankenkassen gezahlt. Sie erfolgt in einer Praxis oder Klinik und wird heute fast immer ambulant und völlig schmerzfrei durchgeführt in einer Kurznarkose. Bei dem Eingriff können einerseits sogenannte Polypen, kleine Schleimhautgewächse, entfernt und andererseits frühe Stadien des Darmkrebs erkannt werden. "Das ist der Sinn der Vorsorge", sagt Professor Dr. Hollerbach, Chefarzt der Gastroenterologie im Allgemeinen Krankenhaus. "Sie dient der Früherkennung und der Prophylaxe." Im Alter ist die normale Schleimhauterneuerung häufig gestört.

Ein Risikofaktor für Darmkrebs ist der übermäßige Verzehr von rotem Fleisch. Experten raten dazu, viel Obst und Milchprodukte zu essen und sich ausreichend zu bewegen - und rechtzeitig zur Vorsorgeuntersuchung zu gehen.