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Celle Stadt Großer Andrang bei Stellenbörse
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Großer Andrang bei Stellenbörse
17:07 21.02.2012
Von Christoph Zimmer
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Celle Stadt

Vor dem Berufsinformationszentrum der Agentur für Arbeit in Celle hat sich eine lange Menschenschlange gebildet. In dem Gebäude hängen aktuelle Arbeitsstellen an Pinnwänden aus, Beratungsgespräche werden geführt, Arbeitszeitmodelle erläutert, Bewerbungsmappen kontrolliert, Hinweise für Vorstellungsgespräche gegeben, Möglichkeiten der Kinderbetreuung aufgezeigt und kostenfreie Weiterbildungsmöglichkeiten vorgestellt. Wer in die Berufstätigkeit zurückkehren und in Teilzeit arbeiten möchte, sieht sich vielerlei Herausforderungen, Problemen und Vorbehalten gegenüber. Wie bekomme ich Arbeit und Familie unter einen Hut? Bin ich noch gut genug für meinen Beruf? Wie flexibel muss ich sein? Bei der ersten „Infobörse Arbeit und Ausbildung in Teilzeit“ haben sich gestern einige hundert Gäste über die Möglichkeiten informiert, die ihnen die Arbeit in Teilzeit bietet.

Bei der Arbeitsagentur in Celle sind aktuell knapp 100 freie Stellen gemeldet, die in Teilzeit ausgeübt werden können, vor allem im Einzelhandel, im Hotel- und Gaststättengewerbe und in der Pflege. „Teilzeitarbeit hat - beispielsweise durch die geänderten Öffnungszeiten im Einzelhandel - in den letzten zehn Jahren stetig an Bedeutung gewonnen“, sagt Sabine Mix, die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt. Gleichzeitig sei die klassische Vollbeschäftigung um mehr als 20 Prozent zurückgegangen. „Wir wollen den Frauen und Männern die Möglichkeit geben, wieder einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachzugehen“, erläutert sie die Idee der Informationsbörse, die auch den beruflichen Einstieg nach einer Familienpause erleichtern soll. Denn viele von denen, die eine Arbeit in Teilzeit suchen, seien Frauen, die Kinder haben oder Angehörige betreuen.

Egle Preine aus Celle ist eine von ihnen. Gemeinsam mit Joris, ihrem bald ein Jahr alten Sohn, hat sie die Infobörse besucht. Sie hat in der litauischen Hauptstadt Vilnius angewandte Sprachwissenschaften studiert und sucht jetzt nach einer Teilzeitbeschäftigung im Verkauf oder Vertrieb, wo sie die fünf Sprachen, die sie fließend spricht, einbringen kann. „Nur zu Hause sitzen kann ich nicht“, sagt die 34 Jahre alte Mutter. Aber als Frau mit einem Kind? „Da ist es schwer, was zu finden.“ Genau da liegt ein häufiges Problem. „Die Arbeitswelt wird immer flexibler“, sagt Arbeitsvermittler Lars Heintel, „ein genauso flexibles Betreuungsangebot gibt es aber nicht.“

Gestern haben die Vermittler mehr als 75 konkrete Bewerbungen für die angebotenen Stellen aufgenommen. „Das ist ein sehr, sehr gutes Ergebnis“, sagte Mix. Eine Fortsetzung der Informationsbörse, voraussichtlich in einem größeren Rahmen, sei geplant.