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Celle Stadt Großes Interesse an Gesamtschule in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Großes Interesse an Gesamtschule in Celle
22:32 13.05.2014
Von Gunther Meinrenken
Bilder vom Ernestinum. Auch mit komm. Schulleiter Peter Mack und komm. StellvertreterJör Mollenhauer (links). CELLE. Das Gymnasium Ernestinum führt seinen Ursprung bis auf die im Jahre 1328 gegründet Lateinschule zurück. Doch die Jahrhunderte alte Geschichte der Traditionsschule könnte sich bald dem Ende nähern. Der vom Landkreis Celle beauftragte Schulgutachter Wolf Krämer-Mandeau hat der Politik im Kreistag nahe gelegt, das Gymnasium aufzulösen. Hintergrund: Insgesamt zurückgehende Schülerzahlen und die Einrichtung einer Gesamtschule am Standort Schulzentrum Burgstraße. Krämer-Mandeau hat gestern in der Mensa des Ernestinums den zweiten Teil seines Schulgutachtens vorgestellt. Darin geht es neben Veränderungen bei den Berufsbildenden Schulen vor allem um die Zukunft des Ernestinums. Krämer-Mandeau legte dar, dass sich die Zahl der Gymnasialschüler von 2009 bis 2020 von etwa 4000 auf 3000 um 25 Prozent reduzieren werden. Schon dies allein würde bedeuten, dass nicht alle Gymnasien in Celle zu halten sein werden. Hinzu kommt die Einrichtung einer Gesamtschule zum Schuljahr 2014/2015, die nach Einschätzung des Gutachters einen starken gymnasialen Anteil aufweisen werde. Nach Analyse der Raumsituation ist Krämer-Mandeau, der anregt, diese Schule auf sechs Züge zu beschränken, davon überzeugt, dass die Gesamtschule nur im Schulzentrum Burgstraße unterzubringen ist. Quelle: Gert Neumann
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Lernbüro, Logbuch, Tutorenmodell, gemeinsames Mittagessen, kein Sitzenbleiben, wöchentliche Gespräche mit den Schülern – das sind nur ein paar der konzeptionellen Eckpfeiler, mit denen die Gesamtschule in Celle zum kommenden Schuljahr im Schulzentrum Burgstraße an den Start gehen wird. Am vergangenen Montagabend, 12. Mai, stellte die Planungsgruppe ihre Ideen für ein gemeinsames Leben an der Schule vor. Die etwa 500 Besucher, zum größten Teil interessierte Eltern, die mitunter ihre Kinder, die künftigen Schüler in spe, mitgebracht hatten, zollten dem bisher ausgearbeiteten Konzept zwischendurch immer wieder Beifall."Das Interesse ist riesig. Wollen wir hoffen, dass das auch so bleibt", sagte eine sichtlich glückliche Meike Kerker vor Beginn der Veranstaltung, bei der das Forum des Schulzentrums Burgstraße bis auf den letzten Platz gefüllt war. Teilweise mussten die Besucher auf den Treppenaufgängen sitzen.Kerker, eigentlich Rektorin der Oberschule II, die im Schulzentrum untergebracht ist, hatte in den vergangenen Monaten auch die 16-köpfige Planungsgruppe geleitet, die das Konzept für die erste Gesamtschule im Landkreis Celle erarbeitet hat. Die Ergebnisse stellte sie zusammen mit Sebastian Zeblewski, ihrem Stellvertreter in der Planungsgruppe und Konrektor an der Oberschule II, vor. Der rote Faden: "Wir wollen miteinander lernen und auch gemeinsam leben", so Zeblewski.So laufen der Montag und der Mittwoch im verpflichtenden Ganztagsbetrieb mit einem gemeinsamen Mittagessen. Dienstag und Donnerstag gibt es am Nachmittag freiwillige Arbeitsgemeinschaften.Der Unterricht ist auf Gemeinsamkeit und individuelle Förderung ausgelegt. Eigenständigkeit, Projektarbeit und Problemlösungen stehen im Vordergrund. Die Schüler sollen sich viele Dinge selbst erarbeiten. "Wir brauchen Menschen, die sich den Herausforderungen der Zukunft stellen", so Kerker.Als "herausragende Dimension" des Konzepts stellte Zeblewski in der Folge das Tutorenmodell vor. Ein Lehrer fungiert dabei als Ansprechpartner und Vertrauensperson von jeweils 15 Schülern. Er begleitet den gesamten Lernprozess seiner Schützlinge. Wöchentlich gibt es am Freitag etablierte "Feedbackgespräche", in denen die Lernfortschritte besprochen und neue Ziele festgelegt werden. Im Anschluss daran kommt die gesamte Schule zu einer Versammlung zusammen. Hier soll die "Kultur des Lobens" gelebt werden.Weitere Kernpunkte: Noten gibt es erst ab der 8. Klasse. Dafür erhalten die Schüler Lernentwicklungsberichte, in denen Erfolge, Defizite und Potenziale dargelegt werden. Die eigenen Lernfortschritte dokumentieren die Schüler in einem Logbuch, die "Lernbausteine" können sie in drei verschiedenen Schwierigkeitsstufen auswählen – begleitet vom Tutor. Ein Sitzenbleiben gibt es nicht, man wolle alle Kinder mitnehmen. Als Fremdsprachen soll es Englisch und ab der 6. Klasse Latein, Französisch und Italienisch geben. Ergänzt wird der Unterricht durch themengebundene Projekte über mehrere Wochen. Weitere Besonderheit: In der 7. Klasse wird das Fach "Verantwortung" eingeführt. Hier sollen die Schüler über ein Jahr zwei Stunden pro Woche Aufgaben für das Gemeinwesen übernehmen.Im Unterricht sollen moderne Medien eine Selbstverständlichkeit sein. Tablets kommen flächendeckend zum Einsatz. Stichwort: digitaler Schulbucheinsatz. "Der Schulranzen wird leichter", so Kerker. Die Eltern applaudierten.