Großes Kino aus der Lüneburger Heide
Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Großes Kino aus der Lüneburger Heide
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Großes Kino aus der Lüneburger Heide
15:53 05.09.2016
Die Darsteller Leni (10), Lilli (8) und Noah (12) waren am Sonntag bei der Premiere in den Kammerlichtspielen zu Gast und gaben fleißig Autogramme. Für ihren Auftritt im No-Budget-Film „Timebreakers" haben sie keine Gage bekommen. Quelle: Jonas Peisker
Celle Stadt

Die Geschichte fügt sich gekonnt in das Genre der Detektivfilme für Kinder ein. Die Großstadtkinder Emma und Mathilda besuchen ihre Cousine Larissa in der Lüneburger Heide. Dazu haben sie zunächst überhaupt keine Lust, doch müssen sie so zumindest nicht mehr ihren unsympathischen Stiefvater ertragen. Schnell stoßen sie auf mysteriöse Gegenstände, die Emma seit ihrem 12. Geburtstag die Gabe verleihen, Bruchstücke aus der Vergangenheit zu sehen. Und was hat es mit dem sagenhaften Heidekristall und dem längst verschollen Klosterschatz auf sich?

„Ausgangspunkt des Drehbuchs waren geschichtliche Ereignisse an den Drehorten. Um diese herum habe ich die Geschichte des Films gesponnen“, sagt Marquardt. Gedreht wurde unter anderem in dem Kloster Walsrode, in dem Naturschutzgebiet „Eibia“ und in dem Wald befindlichen Ruinen aus dem Zweiten Weltkrieg. Diese gehörten zu einer Pulverfabrik der Nationalsozialisten. Die Rätsel, die die geschichtsinteressierten Detektive der „Timebreaker“ lösen müssen, führen sie dabei sowohl in Geschehnisse aus dem Mittelalter als auch Nationalsozialismus.

Herausgekommen ist ein komplexer Film, der auch Erwachsene angesichts der schieren Anzahl von Charakteren und Vorkommnissen in Gegenwart und Vergangenheit über die 127 Filmminuten nicht unterfordert. Entstanden ist das Werk ausschließlich mit Laienschauspielern, die für das Projekt in den Sommerferien 2015 aus ganz Deutschland für mehrere Wochen in die Lüneburger Heide reisten. Das stellte sowohl die jungen Schauspieler als auch deren Familien vor große Herausforderungen, wie Marquardt erzählt: „Die Kinder konnten nur unter der Voraussetzung teilnehmen, dass die ganze Familie dahinter steht. Ohne dieses Engagement hätten wir den Film nicht ohne finanzielle Mittel drehen können.“

Bei der gutbesuchten Vorstellung in den Kammerlichtspielen nahmen die Darsteller Leni (10), Lilli (8) und Noah (12) den Trubel schon bemerkenswert gelassen. „Auf einen zweiten Teil hätte ich Lust“, meint Leni. Angedacht ist der schon, dessen Umsetzung hängt allerdings noch an der Finanzierung. Und wer weiß, vielleicht verschlägt es die Timebreakers ja das nächste Mal nach Celle – ein Schloss mit reicher Geschichte ist vorhanden.

Von Jonas Peisker