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Celle Stadt Großes Kino im Theater
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Großes Kino im Theater
12:17 24.08.2018
Gintas Jocius, Natascha Heimes, Johanna Marx und Dirk Böther (von links) sind im Stück „Fesche Lola, brave Liesel“ im Celler Schlosstheater zu erleben. Quelle: Schlosstheater Celle / Andreas Döring
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CELLE. „Sind Sie mit einer Schwester aufgewachsen?“, fragt Maximilian Schell in seinem preisgekrönten Dokumentarfilm „Marlene“. „Nein!“, kommt es klar und bestimmt zurück. Es dürfte eines der schwersten „Neins“ ihres Lebens gewesen sein. Denn die Schauspielerin und Sängerin Marlene Dietrich verleugnete ihre Schwester zwar fast 40 Jahre lang, empfand aber zeitlebens eine tiefe innere Verbundenheit mit ihr. Schell sitzt Anfang der 80er Jahre eine alte Dame gegenüber, die für das unablässige Rollenspiel, das privat und beruflich ihr langes Leben prägte, keine Kraft mehr hat, an einigen Stellen begegnet dem Zuschauer die wahre Marlene Dietrich, aber an der Verleugnung von Elisabeth, mit der sie nach dem Krieg stetig in Kontakt stand, hält sie fest.

„Der Dialog fehlt, den müssen wir einbauen“, sagt Intendant und Regisseur Andreas Döring zum Dramaturgen Mathias Schubert. Beide sind mitten in den Proben für „Fesche Lola, brave Liesel“, das am 7. September im Celler Schlosstheater uraufgeführt wird. Der Journalist und Autor Heinrich Thies hat mit seinem gleichnamigen Buch die literarische Vorlage geliefert und gemeinsam mit dem Schlosstheater die Bühnenfassung geschrieben. Döring ist dankbar für den Stoff, der Weltgeschehen und Lokalgeschichte vereint.

Die ältere Schwester Marlene Dietrichs war zu Beginn des Zweiten Weltkriegs ihrem Mann Georg Will nach Bergen gefolgt, wo dieser auf dem Kasernengelände ein Kino betrieb, das sowohl den Soldaten als auch den SS-Männern des unmittelbar angrenzenden Konzentrationslagers Bergen-Belsen zur Unterhaltung diente. Nie kehrte die ausgebildete Lehrerin Elisabeth Will in ihre Heimatstadt Berlin zurück, bis zu ihrem Tod im Jahr 1973 wohnte die unscheinbare Frau in Bergen. „Auf der dunklen Seite des Mondes, während Marlene entrückt im Starhimmel schwebte“, formuliert Döring, der Elisabeth als Mitläuferin des NS-Regimes bezeichnet. Schwer zu ertragen für den Weltstar Dietrich, der die Nazis nicht nur konsequent ablehnte, sondern die gegen sie kämpfenden amerikanischen Truppen auch aktiv unterstützte.

Eine Geschichte, die – angefangen von der Ungleichheit der Frauen, Marlenes schillerndes Leben und ihre außergewöhnliche Persönlichkeit über die psychologische Komponente der hochkomplexen Geschwisterbeziehung bis hin zu politischen Aspekten – großen Facettenreichtum bereithält. „Das Thema passt in die heutige Zeit, die Menschen haben eine Sehnsucht nach Werten“, spannt Döring einen Bogen zur Gegenwart und weist auf die Sinnlichkeit der Bühnenadaption hin. Es wird viel Musik zu hören sein, unter anderem von einem Celler Jazzsextett. Auch hier können die Theatermacher aus dem Vollen schöpfen: Im musikalischen Repertoire der Dietrich spiegeln sich vergangene Jahrzehnte, der Komponist Friedrich Hollaender war ein guter Freund, der ihr auf den Leib textete.

Wie werden sich die Charaktere der beiden Hauptfiguren, gespielt von Natascha Heimes (Marlene) und Johanna Marx (Elisabeth), präsentieren? Wie wird die räumliche Nähe des Schauplatzes Bergen und Bergen-Belsen zum Ort der Aufführung erfahrbar gemacht werden? Die Umsetzung des Stoffes darf mit Spannung erwartet werden. Eines scheint bereits jetzt sicher: Das Stück über zwei Frauen, die in so unterschiedlicher Weise mit der Leinwand zu tun hatten, verspricht großes Kino im Theater.

Von Anke Schlicht

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