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Celle Stadt Grüne: CeBus unter Arme greifen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Grüne: CeBus unter Arme greifen
16:56 06.02.2012
Von Heiko Hartung
Fahrgastbeirat und SoVD kritisieren CeBus-Pl‰ne Quelle: Peter M¸ller
Celle Stadt

Aus Kostengründen kann die CeBus ihr bisheriges Angebot nicht aufrechterhalten. Das Celler Nahverkehrsunternehmen will die Taktzahl ihrer Busse im Stadtgebiet ab April oder Mai erheblich reduzieren, einige Strecken werden quasi stillgelegt. „Der Nahverkehrsplan ist für uns nicht mehr erfüllbar“, sagt Geschäftsführer Jan Behrendt. „Das ist die bittere Wahrheit.“ Der Landkreis als Träger des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) hat seine finanziellen Zuschussmöglichkeiten ausgereizt, aber ohne weitere finanzielle Unterstützung sind nicht alle Strecken aufrecht zu erhalten.

„Da kann sich die Stadt nicht heraus halten“, meint Juliane Schrader, grünes Mitglied im Verkehrsausschuss der Stadt Celle. „Der demographische Wandel zeigt klar auf, dass der ÖPNV in den nächsten Jahren mehr genutzt werden wird von einer alternden Generation in den Ortsteilen. Wenn der Landkreis nicht bereit ist, für die Infrastruktur beim Thema ,Mobilität in der Stadt' mehr zu investieren, muss die Stadt selber für ihre Bürger einstehen.“

Ein entsprechender Antrag der Stadtratsfraktion der Grünen wird heute im Verwaltungsausschuss eingebracht. Darin wird die Stadtverwaltung beauftragt, eine sogenannte Teilaufgabenträgerschaft für den ÖPNV im Stadtgebiet rechtlich zu prüfen und die Kosten dafür zu ermitteln. Schrader: „Durch eine Teilaufgabenträgerschaft kann die Stadt direkt bei der Fahrplangestaltung fordern, statt nur Wünsche in Richtung Kreisverwaltung zu äußern – schließlich geht es um die Einwohner der Stadt Celle.“

Verschärft wird die wirtschaftliche Misere bei der CeBus durch das Auslaufen der jährlichen Zahlungen der Stadt in beträchtlicher Höhe an den CeBus-Teilbetrieb Celler Straßenbahn (CSC). Diese wurden vor über zehn Jahren im Zuge der CSC-Privatisierung vereinbart. CSC-Mitarbeiter mussten deswegen bereits Lohnkürzungen hinnehmen.

„Was nützen uns berechtigte, aber plakative Klagen über alte Busse, ungerechte Lohnzahlungen und schlechte Taktzeiten, wenn doch die Mehrheitsfraktionen im Rat der Stadt ohne Not ihre Einflussmöglichkeiten abgegeben haben. Die Verwaltung soll uns Auskunft geben, was uns die Mitbestimmung kosten würde, dann wird sich Spreu von Weizen trennen und wir werden sehen, wem und was ein guter ÖPNV in der Stadt und den Ortsteilen wert ist“, so die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Schrader.

SoVD bangt um ÖPNV-Versorgung: Sehr besorgt über die Ausdünnung der Fahrpläne und Strecken zeigt sich auch der Celler Sozialverband (SoVD). „Im Landkreis leben etwa 9,5 Prozent Menschen mit schweren Behinderungen. Hinzu kommen Kinder, Schwangere, ältere Menschen. Sie alle sind auf eine gute ÖPNV-Versorgung angewiesen“, sagt Sprecher Bernd Skoda. „Mit dem gerade verabschiedeten Nahverkehrsplan sahen wir uns auf einem annehmbaren Weg und sind nun bitter enttäuscht“, so Skoda, der auch im Fahrgastbeirat aktiv ist. Der SoVD befürchtet überdies auch eine weitere Ausdünnung des Personalstands.

Heiko Hartung