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Celle Stadt Grüner Leguan ausgesetzt: Ärzte kämpfen um sein Leben
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Grüner Leguan ausgesetzt: Ärzte kämpfen um sein Leben
19:41 31.08.2010
Von Heiko Hartung
Ziemlich mitgenommen: Der Grüne Leguan wird im NABU-Artenschutzzentrum behutsam aufgepäppelt. Quelle: Fremdfotos / Texte Eingesandt
Celle Stadt

Ohne zu zögern fing sie die etwa 60 Zentimeter große mittelamerikanische Echse ein und brachte sie ins NABU-Artenschutzzentrum nach Leiferde (Kreis Gifhorn). Dort wird deutlich, welch großes Glück der Leguan hatte. „Noch längere Zeit bei Nachttemperaturen um 12 Grad hätte der aus dem tropischen Regenwald stammende, abgemagerte Leguan nicht überlebt“, sagt Bärbel Rogoschik, die Leiterin der Betreuungsstation. In der Tierärztlichen Hochschule Hannover kämpften Tierärzte um das Leben des Exoten, denn der Leguan war nicht nur durch das Aussetzen in einem denkbar schlechten Zustand: Viele der Stacheln auf dem Rücken sind abgebrochen, ein großer Teil des Schwanzes ist mit mehreren Schichten schwarzer Häutungsreste überzogen und viele Narben alter Verletzungen zeugen von vermutlich schlechten Haltungsbedingungen. „Er hat bisher kein gutes Leben gehabt“, urteilt Mitarbeiter Joachim Neumann, der das unter Artenschutz stehende Tier aufpäppelt.

Ob der arg lädierte Schwanz des 760 Gramm schweren Leguans amputiert werden muss, sei noch nicht sicher, so Neumann. Auch zwei Zehen sind verletzt. Die Behandlung ist sehr aufwändig. Das Tier bekommt ein Antibiotikum, täglich muss die Echse zehn Minuten in ein Desinfektionsbad.

Wenn der Leguan wieder gesund wird, soll er an einen Zoo oder Tierpark vermittelt werden. Doch ob ihn auch wirklich jemand haben will, ist fraglich. Neumann: „Es gibt sicherlich hübschere Exemplare.“

●15000 Grüne Leguane nach Deutschland importiert: Der Grüne Leguan gehört zu den beliebtesten Terrarientieren, obwohl ihm in den meisten Fällen keine artgerechte Haltung ermöglicht werden kann. Was viele Käufer beim Anblick junger Leguane im Zooladen nicht ahnen: Ausgewachsen können sie Längen von bis zu zwei Metern erreichen. „Allerspätestens dann haben fast alle Besitzer nicht mehr den Platz, das Tier vernünftig unterzubringen“, so Rogoschick.

Laut CITES-Jahresstatistik 2008 wurden allein nach Deutschland etwa 15000 Grüne Leguane legal importiert. „Das aktuelle Fundtier ist also nur eines von vielen und bei den Importzahlen machen wir uns Sorgen, wie wir in Zukunft die Unterbringung der steigenden Anzahl von Fundtieren bewerkstelligen sollen“, so Rogoschick.

Kontakt: Wer nähere Informationen zu dem Leguan geben kann, sollte sich unter Telefon (05373) 6677 mit dem NABU-Artenschutzzentrum in Leiferde in Verbindung setzen.